Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-02-01
- Page
- 103 (sequence 7)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 103 lastendes Geständnis gegen den Bruder zu erpressen. Herr Schwer schrieb damals im „Deutschen Volksblatt", die Enthüllungen des Knaben wären solche gewesen, daß den Zuhörern „die Haare zu Berge standen". Im Gerichtssaale mußte der brave Mann später gestehen, daß der berauschte Knabe nichts Belastendes gegen seinen Bruder ausgesagt. Bei einer Revision des Polnaer Prozesses sollten Leute von solcher Wahrheitsliebe vielleicht eher auf der Anklageals auf der Zeugenbank zu finden sein." Von amtlicher Stelle ist über den „Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband" ein Urteil gefällt worden, das Beachtung verdient. Der Beirat für Arbeiterstatistik, der aus Vertretern des Bundesrats und des Reichstages besteht, hat vor einiger Zeit Erhebungen über die Lage der Kontorangestellten bewirkt. Weil bei den schriftlich und mündlich angestellten Vernehmungen die Antworten der deutsch-nationalen Handelsgehilsen verschieden lauteten und keine Einigkeit über die an eine etwaige Gesetzgebung zu stellenden Anforderungen ergaben, hat der Deutsch-nationale Verband, um den Zwiespalt in den eigenen Reihen zu bemänteln, dem Beirat für Arbeiterstatrstik schlimme Vorwürfe gemacht, die dieser nicht stillschweigend hingenommen hat. Wie die „Kaufm. Rundschau" aus den Drucksachen des Beirats feststellte, hat der Geheimrat Dr. Fischer als Referent erklärt, der Deutsch-nationale Verband habe dem Beirat Parteilichkeit und Unzuverlässigkeit vorgeworfen und sogar die stenographisch sestgelegten Verhandlungsberichte als Fälschung bezeichnet. Hiergegen legte Herr Fischer entschieden Verwahrung ein. Auch dagegen protestierte er, daß in den deutschnationalen Drucksachen von einer Vernehmung des „Juden Robinow aus Hamburg" gesprochen werde. Man sei doch nicht im Mittelalter und auch nicht in Rußland, daß nicht der Jude ebensoviel gelte, als der Christ. Geheimrat Fischer wies alsdann auf die Tonart hin, in der die „Deutsche Handelswacht", das Organ des Deutsch-nationalen Verbandes, gehalten sei. Man finde in einer jeden Nummer dieser Zeitschrift die Bekämpfung der anders Denkenden und das Herabsetzen andererkaufmännifcher Vereine. Verdächtigungen aufzubringen, scheine das Prinzip dieser Zeitschrift zu sein, die jetzt wir dem Beirat anzubinden suche. Schließlich schlug Herr Fischer vor, über die in ganz ungehöriger Form gemachten Ausstellungen der Deutsch-