Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-02-01
- Page
- 104 (sequence 8)
- Language
- German
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104 Jm deutschen Reich Nationalen zur Tagesordnung überzugehen. — Aehnlich äußerten sich auch andere Mittglieder des Beirats. Insbesondere herrschte nur eine verurteilende Stimme über die Haltung der „Deutschen Handelswacht", des Organs der Deutsch-Nationalen. Der württembergische Staatsrat v. Schicker beispielsweise meinte, er könne nur den Verband bedauern, daß er sich solchen Wortführer erkoren habe. Er verzichte auf die Hochachtung und Sympathie von Leuten, die sich nicht entblöden, den Mitgliedern des Beirats solche Unterstellungen zu machen, wie es geschehen sei. Abg. Schmidt-Elberfeld erklärte: Es sei widerwärtig, zu lesen, mit welcher Selbstgefälligkeit dieser Verband in seiner Zeitschrift sich selbst lobe, wie er alles darauf zuschneide, zu zeigen, daß nur sein Verein der wahre Kenner von sozialpolitischen Dingen sei, während das Urteil anderer durch Unkenntnis oder Böswilligkeit diktiert werde. Es hieße dem Verbände zu viel Ehre erweisen, wenn man sich mit diesen Dingen weiter befassen würde. Selbst Abg. Hitze verwahrte sich dagegen, daß er die Art der Agitation des Verbandes und seines Organs in Schutz nehmen wolle. Er habe nur gewisse Verdienste des Verbandes anerkennen wollen, dagegen verurteile er die gegen den Beirat gerichteten Angriffe ebenso scharf wie die übrigen Mitglieder. Der Beirat solle zum Zeichen, wie er die Angriffe einschätze, hierüber schlechthin zur Tagesordnung übergehen. Der Vorsitzende stellt darauf fest, daß der entsprechende Antrag einstimmig angenommen wurde. — Die „Kaufmännische Rundschau" fragt, ob der Deutsch-nationale Verband, der vor einiger Zeit ein Flugblatt mit der Ueberschrift „Wie urteilt die Oeffentlichkeit über den Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband?" verbreitet hat, nun auch das Urteil der Mitglieder des Beirats der Oeffentlichkeit zur Kenntnis bringen wird. ± Bentheu, 2. Februar. Unter der Ueberschrist „Ein Kulmrbild aus Beuthen" brachte kürzlich die „Oberschl. Grenzzeitung" folgende Notiz: „Ein hiesiger Bürger, der in einem städtischen Büreau auf demRathause eine Zahlung zu leisten hatte, war Zeuge einer hübschen Szene. Einer der im Büreau anwesenden Beamten, der es nicht beobachtet hatte, daß auch ein Jude anwesend sei, sagte zu dem ebenfalls im Zimmer befindlichen Pedell der jüdischen Schule: „Es muß Ihnen doch himmelangst werden zwischen so vielen Juden." Vergeblich