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Im deutschen Reich · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. 90

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-02-01
Page
90 (sequence 7)
Language
German
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90 Im deutschen Reich. schriebenen Gesetzen gelöst sein: »Wer einen Juden Lotschlägt, beerbt ihn'"' Ein süddeutsches Blatt äußerte sich über diese wenig menschenfreundliche Aufreizung: „Diese frommen Wünsche werden sich als die Produkte einer ebenso unreinlichen als ungesunden Phantasie erweisen: der Herr Premierleutnant kann lange warten, ehe er Zum Hauptmann der „Schwarzen Bande" avanziert. Auch die Aussichten auf die Erbschaft, um die es ihm noch wehr Zu Lun ist, sind nicht besser. Darüber sollen sich etwaige Gläubiger keine Illusionen wachen. Schon der Name Liebermann von Sonnenberg verbürgt eine rein germanische Abstammung. Daß es aber auch Leute gibt, die das Gegenteil behaupten und in Liebermann von Sonnenbergs Gebahren die Eigentümlichkeiten des Renegaten erblicken, sei nur erwähnt, um unserer Chronistenpflicht zu genügen." Die nationalsoziale Zeitschrift „Hilfe" verwies darauf, daß Herr Liebermann von Sonnenberg nicht nur die Juden, sondern auch das allgemeine gleiche Wahlrecht vernichten möchte, von dem er in den „Deutsch-Sozialen Blättern" kürzlich behauptete, daß „damit die öffentlichen Angelegenheiten den Leidenschaften und niedern Instinkten der Menge ausgeliefert würden." Es ist eigentlich urkomisch, daß die Antisemiten, wenn sie durch systematische Aufstachelung der niedersten Instinkte der Massen, Neid, Haß und Argwohn, an die Klinke der Gesetzgebung gelangt sind, der Menge Fußtritte geben und sich bereit zeigen, alle bürgerlichen Freiheiten preiszugeben, um ihr Schäfchen ins Trockne zu bringen. Die „Staatsbürger-Zeituug^, deren früherer Herausgeber durch Veranstaltung von Püäler- Versammlungen und Verbreitung der Pückler - Reden als Flugblätter mit Aufforderungen zum Abonnieren aus die „Staatsbürger - Zeitung" die Versammlungsfreiheit und Preßfreiheit auf die Gefahr hin weidlich ausgebeutet hat, daß dies zu den schlimmsten Gewalttätigkeiten gegen die Juden Anlaß geben könnte, verlangt setzt von der preußischen Regierung eine zeitgemäße Umgestaltung des Vereinsgesetzes, um etwaigem Blutvergießen vorzubeugen. Sie sagt von der sozialdemokratischen Agitation: „Die Gemüter werden durch die Flugblätter und Preßartikel erregt, Massen-Versammlungen erhitzen die Gemüter noch mehr; wer will Garantie leisten, daß nicht in einer dieser Versammlungen oder nachher auf der

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