Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1906-02-01
- Page
- 86 (sequence 3)
- Language
- German
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80 Im deutschen Reich. durch den Tod von ewiger Dauer sein." Ob die Männer, die das „GoLLesguadenturn" in einen bewußten Gegensatz Zu den „Menschenrechten" bringen, sich ihrer „Lebenspflichten" bewußt werden, ist mehr als Zweifelhaft. Das am 47. Geburtstage des Monarchen sich im Gedächtnis von selbst wieder ausfrischende treffliche Kaiserwort: „Ich fasse meine ganze Stellung und Aufgabe als eine mir vom Himmel gesetzte aus" Zeugt nur von dem tiefen Bewußtsein einer großen Verantwortlichkeit, die formell durch die Verfassung ausgeschlossen, aber den Hohenzollernfürsten tief eingeprügt ist. Diese Gewissenhaftigkeit hebt sie hoch empor über jene ihrer Ratgeber, die Zwar nach dem Wortlaut der Verfassung für jede Handlung des Herrschers verantwortlich sein sollen, aber bei dem Mangel eines Ministerverantwortlichkeitsgesetzes cs leicht haben, hinter den Falten der „Prärogative" Deckung Zu suchen. Diese Empfindung, die durch gewisse parlamentarische Vorkommnisse vielfach in jüdischen Kreisen hervorgerufen wurde, ist auch in viel weiteren Kreisen vorhanden. In einer vom „Deutschen Rechtsbund" im Berliner Architektenhause am 9. Januar veranstalteten Versammlung gab ihr Professor Lehmann-Hohenberg wie folgt Ausdruck: „Die Ereignisse in Rußland sollten auch dem deutschen Volke Zu denken geben. Vor hundert Jahren, 1806, brach auch über Preußen die Katastrophe herein, weil Heer und Beamtentum die Zeit über sich hatten hinweggehen lassen. Damals gelang es dem Zusammenwirken ernst gesinnter patriotischer Männer, wie Freiherr von Stein, Ernst Moritz Arndt, Oberpräsident von Schön, Scharnhorst, Gneisenau, Blücher in dem in Königsberg gegründeten „Tugendbund" die Bahn für die Herbeiführung besserer Zustände freizumachen, und nicht zum mindesten dem Wirken des Tugendbundes ist die Wiedergeburt Preußens im Jahre 1813 zu verdanken. Auch heute sind wir in einer ähnlichen Lage wie vor hundert Jahren. Mehr als je ist es zur Abwendung einer furchtbaren Katastrophe notwendig, daß sich ein Bund deutscher Männer zusammenschließt und nach Art des alten Tugendbundes wirkt. Wir schen in der ganzen Welt, daß den Bestrebungen der Berta v. Suttner, des verstorbenen v. Egidy und schließlich des Haager Friedenskongresses zum Trotz in den letzten Jahren die Volker