Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 33 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 33 Das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums veranstaltet auch in diesem Winter eine Reihe von Vorlesungen zum besten des Stipendienfonds dieser Anstalt. Im Saale des „Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde", Potsdamerftr. st werden abends 3 Uhr folgende Vortrüge gehalten werden: Am 15. Januar: Herr M. Henle (Hamburg): „Rück- und Ausblick auf die Entwickelung der Synagogenmusik". Am 29. Januar: Herr Rabbiner Dr. S. Samuel (Essen): „Das Shylockproblem im Lichte der neueren Forschung". Am 12. Februar: Herr Dr. Moritz Sobernheim: „Reise nach Syrien". Am 26. Februar: Herr Dozent Dr. A. S. Iahuda: „lieber semitischen Geist und semitische Begabung". Am 5. Mürz: Herr Rabbiner Dr. M. Joseph (Stolp): „Die drei Hauptstufen des religiösen Bewußtseins der Menschheit". Am 19. März: Herr Professor Dr. Ludwig Stein (Bern): „Der religiöse Optimismus". Einlaßkarten a 5 Mk. für den ganzen Zyklus, a 1 Mk. für eine Vorlesung sind zu haben bei Gebr. Friedlünder. Unter den Linden 28 und beim Eingang in den Saal. Zum Landtagsabgeordneten für den ersten Berliner Wahlbezirk ist Fabrikdirektor Dr. zur. Hugo Gerschel gewühlt worden. In der „Allg. Ztg. des Judentums" wird aus Anlaß mehrfacher Berichte über den Plan der Errichtung eines jüdischen Friedhofs in Lankwitz sestgestellL, daß sich die jüdischen Gemeindebehörden sich mit diesem Plan gar nicht offiziell besaßt und sich keineswegs deshalb an die Lankwitzer Gemeindevertretung gewandt habe. Es ist nur durch private Vermittelung, zweifellos int .Einvernehmen mit dortigen Grundbesitzern der Friedhofskomwission ein Terrain angeboten worden. Ein Preisangebot ist seitens der Kommission nicht gemacht worden und konnte nicht ohne Zustimmung der jüdischen Gemeindebehörden gemacht werden. Der Plan ist inzwischen gegenstandslos geworden, da die Mehrheit der Lankwitzer Gemeindevertretung in der Sitzung am 12. v. Alts, sich gegen die Hergabe des Terrains als Kirchhofsland ausgesprochen hat. Im Verlause der Debatte hatte ein Gemeindevertreter erklärt: „Unsere Nachkommen würden uns arge Vorwürfe machen, daß wir kaum 2000 Meter von der Kirche entfernt, einen Judensriedhof anlegen ließen." Dem Herrn ist offenbar unbekannt.