Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 28 (sequence 15)
- Language
- German
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28 Im deutschen Reich. der ganzen Welt. 90 Perz. der Richter sind entweder Juden oder deren Frauen sind Jüdinnen. Verlangt man die Absetzung dieser Richter, so heißt es, sie seien unabsetzbar. Die Bevölkerung verlangt energisch die Absetzung der jüdischen Richter. Daß die Lehrbuben das Recht zu Versammlungen haben, ist nur eine feige Konzession der Regierung an die Juden, welchen die Minister persönlich Geld schuldig sind; der eine hat Wechselschulden, der andere wieder ist so verschuldet, der dritte hat vielleicht einen Schwiegersohn, der gestohlen hat. Deshalb machen sie, was die Juden wollen." Das sollte einmal ein anderer als ein Antisemit öffentlich sagen; es würde ihm zweifellos übel bekommen! Wo aber nicht für alle Bürger eines Staates gleiches Recht gilt, verfällt der Staat, dessen Grundlage die Gerechtigkeit ist, unrettbar der Anarchie. Rußland bietet ein warnendes Beispiel, denn alle verspäteten Zugeständnisse der Regierung vermögen dort den Verfall eines Staates nicht aufzuhalten, dessen Stützen schon seit langer Zeit wurmstichig waren. Die alte staatsmännische Maxime, den berechtigten Zorn eines Volkes über die allgemeine Korruption, über die Zerrüttung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse dadurch von den Machthabern abzulenken, daß man die Juden in mittelalterlicher Art zu „Prügelknaben" macht, ist nicht nur eine Schändlichkeit, sondern eine grenzenlose Dummheit. Die* verzweifelten Massen, deren Bestialität man dadurch entfesselt, daß man ihr gesetzloses Treiben den Juden gegenüber begünstigt, bekommen sehr bald Geschmack am Plündern und Morden; sie hören nicht mehr darauf, wenn man ihnen, sobald keine jüdischen Opfer mehr da sind, „Halt! Genug!" zuschreit. Sind die Bande des Gehorsams erst gelöste ist die öffentliche Ordnung erst nach einer Seite hin verletzt, dann wütet der Pöbel auch nach andern Seiten hin weiter. Im klassischen Altertum galt der Spruch des Sophokles: „Nichts Schlimmeres gibt es als die Zügellosigkeit". In Rußland lockerte man die Zügel dem Antisemitismus gegenüber und unmittelbar nach den schaurigen Judenhetzen kamen die Ausschreitungen der meuterischen Soldateska in Südrußland und Sibirien und der baltischen Bauern in den Ostseeprovinzen. Dagegen verfängt weder eine drakonische Militärdiktatur noch die Eröffnung schwankender