Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 19 (sequence 6)
- Language
- German
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Umschau. 19 als Sturmbock gegen die von ihnen irrtümlich beständig mit den Sozialdemokraten identifizierten Indens Wie verträgt es sich mit ihrer eigenen Vollwertigkeit, daß sie die rohesten Hanswurstiaden antisemitischer Redner bejubeln und antisemitische Tiraden in ihre eigenen Reden einflechtend Daß die konservative Parteipresse und selbst einzelne nationalliberale Blätter in demselben Fahrwasser treiben, ist nicht zu verwundern. Der antisemitische Abg. Oswald Zimmermann erklärte am 13. Dezember im Reichstage: „Die Bankiers haben Geld genug übrig, das sieht man an den Sammlungen für die russischen Juden! Ich bedauere auch die Opfer, aber schließlich haben die russischen Juden als Blutsauger, als Wucherer, als Beamtenbestecher usw. diese Zustände mitverschuldet. Das ist auch die Ansicht aller Russen aus den gebildeten Ständen. Die Engländer lassen die aus Rußland auswandernden Juden nicht in ihr Land; nach außen ist England ja sehr philosemitisch, aber es erwehrt sich doch ihrer Einwanderung. Warum sammeln wir für die russischen Juden? Wir haben genug Elend im eigenen Lande." Ungefähr sagt das die „Kreuzzeitung" auch, wenn auch mit etwas andern Worten, indem sie versichert: „Es handelt sich nicht um die Extravaganzen. Die sozialrevolutionäre Gefahr ist in Deutschland erst durch das nachdrückliche Eingreifen des Judentums hervorgerufen worden, und sie beruht auf den internationalen Gesinnungen, Geldern und Beziehungen des Judentums. Die Einwanderung der russischen Juden birgt für die Existenz unserer Staats- und Gesellschaftsordnung zweifellos große Gefahr in sich. Die Juden liefern der Sozialdemokratie die Führer, das Geld und die Presse, mit einem Worte: sie zersetzen unser Volk. Dieser durch die Juden heroorgerufene Uebelstand muß natürlich um so größer werden, je mehr von ihnen einwandern. Namentlich die russischen Juden scheinen als die destruktivsten die gefährlichsten zu sein." Aehnlich äußern sich beständig die „Deutsche Tageszeitung", die „Schlesische Zeitung" u. a. m., außerdem verbreiten viele kleine Blätter diese widersinnigen Behauptungen weiter und verschulden dadurch mit, wenn wir schließlich „nicht nur genug Elend im eigenen