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Im deutschen Reich · 1905-12-01 · Heft 12 (Dezember 1905) · p. 667

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 12 (Dezember 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-12-01
Page
667 (sequence 4)
Language
German
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VereinZnachrichLen. 667 Mißstände im kaufmanNischen Leben Zur Sprache; er rügte insbesondere, daß in. großen jüdischen Warenhäusern noch immer so diele deutschnationale Handlungsgehilfen Anstellung staden, trotzdem sie einer offenkundig judenfeindlichen Organisation cmgehoren, daß diese Organisation selbst von solchen Blättern begünstigt wird, die von Juden herausgegeben werden usw. Herr Rechtsanwalt Sonnen seid bat den Vorredner, diese Klagen dem Central-Vrreinsvorstande gegenüber näher Zu präzisieren, damit erörtert werde, wie weit Abhilfe möglich sei. Dem Vortragenden gegenüber betonte der Redner, daß man eigentlich kaum noch Ursache habe, von jüdischen Eigenschaften zu reden, da die Vorzüge und Fehler bei den Juden wie bei den Bekennern anderer Religionen zu finden und Zu beurteilen seien. Die von dem Vorsitzenden betonte Zuwendung möglichst reichlicher Mittel für die Opfer der russischen Metzeleien möchte nicht mißverständlich so aufgefaßt werden, als ob deshalb die deutschen Juden bei Anforderungen für andere Hilfsbedürftige sich Zurückhaltender als bisher zeigen sollten. Wohltättgkeitssirm allen notleidenden Menschen gegenüber sei ihr schönster Ruhmestitel. Buch das sei zu rühmen, daß sie bei politischen Wahlen weniger lässig feien als andere, also ihre Macht Zur rechten Zeit zu benutzen verstünden, wenn es gilt, erbitterten Judenfeinden die Spitze Zu bieten. Der Redner schloß mit einem mit lebhaften Beifall aufgenommenen Appell an die jüdischen Frauen, die Männer nicht Zu hindern, sondern auzuspornenwenn es not tue, auf der Wacht zu stehen für das Vaterland, die Freiheit, und für Recht und Gleichberechtigung. An der weiteren Debatte beteiligte sich noch der Herr Vorsitzende, sowie Herr Kaufmann L. Wiener. Daun gab Herr I)r. Jos. Lewv als Referent im Schlußwort seiner Beftttomung darüber Ausdruck, daß es Zu einer so anregenden Diskussion gekommen, in dieser jedes Mißverständnis befeifigt und schließlich eine Ueberemstimmung zum Ausdruck gekommen sei, wie sie im Central-Verein sich Zum Heil und Nutzen der vertretenen großen Sache stets knndgegebm habe und auch künftig kundgeben werde. Hinauf wurde die Versammlung,' in der wieder eine Anzahl, neuer Mitglieder - Anmeldungen erfolgte, gegm 111/2 Nhr geschloffen. Am 7. Dezember d. I. fand eine Versammlung der Berliner Ortsgruppen N.— NO, tm bei ws-lcher der große Saal des «Vereins Berliner Musiker^ dir: gefüllt war. Der Vorsitzende der Ortsgruppen, Herr Rabbiner Or. Robert Wohlberg, eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache, in der dem Mil-

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