Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- Berlin
- Date
- 1905-12-01
- Page
- 654 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Im deMschsn Mich. 654)- Hirsch Hildesheimer in warmen Worten für die tatkräftige Unterstützung der Bedrängten eingetreten waren, wurde folgende Resolution angenommen: „Die von 4000 Vertretern aller Schichten der Juden Berlins besuchte Versammlung gibt ihrem Mitgefühl und ihrer Trauer über die grauenhaften Heimsuchungen, von denen die hangeprüften Glaubensgenossen in Rußland abermals betroffen worden sind, tiefempfundenen Ausdruck. Voll Abscheu über die Vernichtung von Leben und Eigentum vieler Tausender erhebt die Versammlung gegen die aller Menschlichkeit und Gesittung Hohn sprechenden Greuel und ihre ungch-nderte Duldung lauten Widerspruch und ruft das öffentliche Gewissen auf, durch einmütige Verurteilung jener Grausamkeiten ihre drohende Wiederkehr zu hiidern. Indem die Versammlung den überall sich betätigenden Wetteifer, das unermeßliche Elend zu lindern, verzeichnet, spricht sie die zuversichtliche Erwartung aus, daß jeder ohne Unterschied des Glaubens aus Eigenem opferwillig spenden und in den ihm zugänglichen Kreisen gleich werktätiges Erbarmen wachrufen wird." Der „Verband der Synagogen-Vereine von Berlin und den Vororten" hat am 22. November in 12 Synagogen Trauerandachten für die in Rußland hmgemordelen Glaubensgenossen veranstaltet, die sämtlich einen riefergreifenden Verlauf nahmen. Die goldene Hochzeit eines infolge seines glänzend bewährten Wchltärigkertsinnes in den weitesten Kreisen Berlins hochverehrten Jubelpaars, des Herrn Morrtz Manheimer und der Frau Bertha Manheimer, gab Anlaß zu e ner Reihe eindrucksvoller Ehrungen, insbesondere zu einer am 2. Dezember in der reichgeschmückren neuen Synagoge veranstalteten würdigen Festfeier. Ten Verehrern und Verwandten hatten sich die Pfleglirge der von dem Jubelpaar ins Leben gerufenen Wohltätigkeitsanstalten angeschlefstn. Herr Rabbiner Prof. Meybaum gab in seiner Rede einen UeberdUck über die Wirksamkeit des Jubelpaares, deren opferwillige Tätigkeit für die Gesamtheit er mit beredten Worten pries. Nach der Predigt wurde MendelsohnS Engel-Terzett aus dem „Elias" zu Gehör gebracht. Der Chor unter Leitung seines Dirigenten Albert K.llermann wurde von Mitgliedern des kömgl. Orchesters unterstützt. Dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde hat der Magistrat der Stadt Zülltchau (Reg.-Bez. Frankfurt a. O) für seine bei Gelegenheit der Silbernen Hochzeit unseres Kaistrpaares zu errichtende Erziehungsanstalt für schwachsinnige israelische Kinder ein 15 Morgen großes Terrain kostenfrei zur Ver sügung gestellt.