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Im deutschen Reich · 1905-12-01 · Heft 12 (Dezember 1905) · p. 653

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 12 (Dezember 1905)
Article
Berlin
Date
1905-12-01
Page
653 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen- 653 nicht so sehr darum, für die jüdischen Lehrer, als vielmehr für die jüdischen Kinder eine Vertretung ihrer relig ksen Interessen innerhalb der Schuldeputation zu gewährleisten. Der Verband der Deutschen Juden, vr. E. Lach mann, Vorsitzender. Eine Protestversammlung gegen die Judenmetzeleien in Rußland war zum 28. November d. Js. nach der Brauerei Friedrichshain einberufen. Schon lange vor dem Beginn der Versammlung waren der über 4000 Personen fassende Riesensaal und seine G .lerien so dicht besetzt, daß der Zugang polizertich gesperrt werden mußte. Herr Rechtsanwalt vr. Horwitz hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß man hergekommen sei, um der Entrüstung über die Judenmetzeleien in Rußland Ausdruck zu geben. Man wisse noch nicht, wie sich die Verhältnisse der b.'drängten Israeliten weiterhin gestalten würden und ob etwa das Mitgefühl aller zivilisierten Staaten jenen unerhörten Greueln Einhalt gebieten werde. Die Entrüstung allein genüge aber nicht, man möge auch an seinem Teile dazu beitragen, durch Geldbeiträge das Elend der Bedrängten zu lindern. — Hierauf hielt Herr Rabbiner vr. Eschelbacher eine flammende Ansprache, in der er die über die ru'siichcn Juden hercingebiochene Katastrophe als eine so erschütternde und schmachvolle bezeichnete, wie sie selbst in den Jahrhunderten der Barbarei nicht zu finden gewesen sei. Das Mittelalter mit seinen Torturen sei vielfach menschlicher und gerechter gewesen, als das zwanzigste Jahrhundert. Dort habe es sich wenigstens bei den Verfolgungen um ein edles Motiv, um die Religion, gehandelt, während heute in Rußland lediglich die niedrige Roheit wüte. Protestieren müsse man gegen jene deutschen Prcßstimmen, die alle Schuld an den revolutionären Strömungen in Rußland auf die Juden abwälzen und behaupten wollten, daß diese angeblich ihre Verfolgungen selbst verschuldet hätten. Jetzt gelte es, das öffentliche Gewissen wachzurufen, um jenen Greueln endlich Einhalt zu tun.— Herr Justizrat vr. Fuchs führte dann aus, daß hinter dem raubenden und mordenden russischen Pöbel eine kalt berechnende politische Clique stehe, die dem Zaren weißzumachen suche, daß das Volk gar keine Freiheiten wolle, und daß man in jedem Juden auch einen Revolutionär töte. Auf eine Intervention der europäischen Mächte sei nicht zu rechnen, weshalb man an das öffentliche Gewissen der zivilisierten Menschheit appellieren müsse. — Nachdem dann noch die Herren vr. Alfred Klee und Herr vr.

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