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Im deutschen Reich · 1905-11-01 · Heft 11 (November 1905) · p. 594

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 11 (November 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-11-01
Page
594 (sequence 7)
Language
German
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Im deutschen Reich. ö!M spanischen Stierkampf-Arena. In Norddeutschland beginnt man bereits zu der Einsicht zu gelangen, daß die Regierungen sich nicht dazu hergeben werden, durch mittelalterliche Einrichtungen das deutsche Gewerbe .dem Auslande gegenüber konkurrenzunfähig zu machen- Die in Oesterreich mit den von den antisemitischen Handwerkerkreisen durchgesetzten ähnlichen Verordnungen gemachten Erfahrungen ermutigen gewiß nicht dazu, durch den „Befähigungsnachweis" es den Handwerksmeistern zu ermöglichen, gerade diejenigen auszuschließen, die durch besondere Tüchtigkeit und Kapitalkraft mit ihnen später in einen scharfen Wettbewerb treten könnten. In Süddeutschland gibt man aber den Kamps um den Befähigungsnachweis noch nicht auf. In einer von dem Vorstand des Bayerischen Handwerkerbundes erlassenen Einladung zu einer großen Handwerkerversammlung in München wurde gesagt: „Es gilt, dn Oefsentlichkeit zu beweisen, daß die überwiegende Mehrheit der bayerischen Handwerker nach wie vor der festen Ueberzeugung ist, daß die selbständige Ausübung eines Handwerks nur demjenigen gestattet werden sollte, der die Befähigung hierfür erbracht hat, und daß sie von der Einführung einer solchen gesetzlichen Bestimmung mit Recht eine Gesundung und Erstarkung der gegenwärtigen mißlichen Verhältniffe im Handwerk erwartet. Es gilt aber auch zu zeigen, daß das bayerische Handwerk, stets praktische Handwerkerpolitik treibend, den Kölner Beschluß als Abschlagszahlung annimmt." In dasselbe Horn blasen auch jene sächsischen Handwcrkerkreise, die sich um den antisemitischen Reichstagsabgeordneten Zimmermann scharen, der nach seinem Ausscheiden aus der Redaktion der „Deutschen Wacht" ein eigenes Organ „Die Reform" begründet hat. In dieser Zeitschrift hat der jetzt auch zum Redaktionsstab der „Staatsbürger-Ztg." gehörende antisemitische Schriftsteller Ottomar Beta einen Artikel: „Der liebe Gott verläßt keinen Deutschen" veröffentlicht, in dem er das Hinausschieben der Gesetze zum Schutze der Bauhandwerker und die geringen Aussichten für die Einführung des Befähigungsnachweises mit der „Judenherrschast" in Verbindung zu bringen versucht. Dieser biedere Vertreter der jetzigen „gemäßigten" Richtung der „Staatsbürger-Ztg." entblödet sich nicht, die sächsischen Handwerker gegen die „scheußliche Fremdherrschaft" durch die folgenden Sätze aufzureizen: „Das Volk der Denker ist zu indifferent, um den Ursachen und dem Wesen dieser Fremdherrschaft nachzuspüren. Wer noch irgend was zu beißen und zu brechen hat und sich des rasenden

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