Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Der Ritualmord bei den Talmud-Juden
- Date
- 1905-11-01
- Page
- 577 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316727-2316738-2335780--14388-2335845- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Rktualmord der de» Talmud-Juden. 577 Sprachen stets so leicht war, seine Forschungen anstellen Müssen, wollte er auf die Beachtung und Anerkennung ernster Wissenschaft rechnen. Die kirchliche Druckgenehmigung hat der Verfasser für sein Werk nicht nachgefucht — vermutlich um die geistliche Behörde nicht in Verlegenheit zu bringen, da er ohnehin schwerlich bei seiner Eigenart bereit gewesen wäre, etwa beanstandete Stellen zu streichen oder zu ändern. Und nie und nimrner würde ja z. B. die geradezu entsetzliche Stelle S. 6 ss. die Zensur passiert haben, wo Herr vr. Mommert die heil. Eucharistie in Parallele stellt mit dem angeblichen Kannibalismus des jüdischen Ritual-Mordes! Man höre! S. 9 heißt es wörtlich: „Wurde nun die rituelle Verwendung des Fleisches und Blutes Jesu im christlichen Kulte von der Kirche so lange als Arkandsdisziplin (Geheimlehre) behandelt, als dieselben (sie I) noch nicht zahlreich und mächtig genug waren, um diesen Kult öffentlich und ungestört ausüben zu können, so werden wir es begreiflich finden, daß auch die Juden die Verwendung von Menschendlut bezw. Chriftenblut bei ihrem Kulte als Arkandtszipliu behandeln, bis auch sie einmal wieder, wie früher, z. B. in des Samuel und Elias Tagen, die Macht haben werden, -Menschen zu rituellen Zwecken öffentlich abschlachten zu können." (!!) So schreibt nicht etwa Voltaire, sondern ein katholischer Priester! Unterzeichneter hat einmal bei Gelegenheit einer seiner zahlreichen, natürlich vergeblichen Bitten und Warnungen während der Drucklegung der famosen Autobiographie Herrn Mommerts diesem die bange Frage vorgelegt, wohin es noch mit ihm auf dem eingefchlagenen Wege kommen solle. Obige Stelle gibt hierauf die tiefbetrübende Antwort, an der nur Feinde der Kirche Freude haben können. Dazu ist eine unwissenschaftlichere und unlogischere Beweisführung als in eben diesem Ausspruch M.'s schwerlich Lenkbar. Jene wenigen Gegner der Kirche aber, welche unlängst noch ihre Freude über Herrn Mommerts Buch „Aus dem Leben eines Dorfpfarrers" mit seinen boshaften und hämischen Beleidigungen gegen Oberhirt, geistliches Amt und Mitbrüder kundgaben, werden jetzt wohl etwas anders über feine Eigenart und „wissenschaftliche* Bedeutung denken. Die dort maßlos und zur Entrüstung nnd Trauer der geistlichen Mtbrüder Dr. Mommerts Angegriffenen haben damals die ungerechte und unverdiente Kränkung mit ernstem, beschämenden Schweigen über sich ergehen lassen. Ohnehin mußte ja sofort jeder Urteilsfähige und gerecht Denkende sich sagen, daß ein Mann, der seit Jahrzehnten über alles und jedes ihm Unangenehme Buch geführt, jedes Gespräch mit Datum und Umständen registriert,