Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Der Ritualmord bei den Talmud-Juden
- Date
- 1905-11-01
- Page
- 578 (sequence 5)
- Language
- German
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578 Im deutschen Reich. jeden läppischen Klatsch genau sich notiert hat, um dann nach vielen Jahren mit kalter Berechnung ohne entschuldigende Veranlassung die meist noch lebenden Ahnungslosen an die Oeffentlichkeit zu zerren, die je einmal irgendwie mit ihm zusammengestoßen waren und natürlich nicht auch sofort die nötigen Notizen zur etwaigen Abwehr sich aufbewahrt hatten, — daß ein solcher Mann dem Ideale des Priestertums nicht eben allzu nahe stehe. Hat Herrn Mommerts Selbstbiographie einen Augenblick lang von sich reden gewacht, so hat sie dies nicht etwa einer liebenswürdigen und geistvollen Darstellung wichtiger Vorkomnisse und der inneren Geistesentwicklung, einer feinpsychologischen und der eigenen Fehler nicht schonenden Selbstschilderung, wissenschaftlichen Exkursen und einer gerechten Würdigung interessanter Menschen und Zeiten — all dies fehlt ihr ganz! —, sondern nur jenen Stellen zu danken, an denen in epischer Breite, aber ohne epische Objektivität und Harmlosigkeit mit allen abgerechnet wird, die seit fast 40 Jahren je einmal des Verfassers Mißfallen erregt hatten. — Daß diese letzten Bücher Herrn Dr. Mommert selbst Freude und Befriedigung gewähren sollten, nehmen wir zu seiner Ehre nicht an; irgend welche Förderung der Wissenschaft haben fte jedenfalls nicht zu bedeuten." Diese Voraussetzung des Herrn Dompropstes hat sich scheinbar bereits als richtig erwiesen, da schon am 3. November in der „Neiffer Ztg." sich nachstehende Notiz befand: „Herr Pfarrer Mommert hat eine neue Schrift unter der Feder: „Zeugnisse edeldenkender Juden und Christen gegen den Ritualmord", — man sieht, der Mann kann schreiben links und kann schreiben rechts, wie's trefft. Weshalb er dieses Kapitel mit dem „RiLualmord bei den Talmudjuden" nicht verbunden hat? Weil er auf die von ihm beliebte Weise mehr herauszuschlagen hofft. „Wissenschaftlich" natürlich!" — Humoristlscher noch wirkt es, daß die antisemitische „Deutsche Hochwacht" es Herrn Dr. Mommert zwar als Verdienst amechnet, Zeugnis für den „Kannibalismus bei den alten Hebräern" abgelegt zu haben, aber nicht verzeihen kann, „daß er die Schrift von Paul Koch „Der Ritualword, eine Forderung des Alten Testaments", mit völligem Stillschweigen übergeht." Die in ihrem „wissenschaftlichen" Mitarbeiter- Paul Koch gekränkte „Hochwacht" sagt: „Wer sich wissenschaftlich mit diesen Dingen abgiebt, der muß auch auf die Kochsche Schrift gestoßen sein. Und in den beiden Mommertschen Büchern steht vielerlei, was Koch schon exakter ausgeführt hat. Koch ist ja dafür auf sechs Monate in Staatspension gegangen und verdiente schon darum, in einer solchen Schrift mit Ehren genannt zu werden." Nun —