Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Berlin
- Date
- 1905-10-01
- Page
- 542 (sequence 4)
- Language
- German
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542 Iw deutschen Reich. nationalen, welche dahin gingen, die Kaufmannsgerichte von dew bewährten Verbände der Gewerbegerichte zu trennen, und gibt ihrer Freude Ausdruck, daß der Verbandstag die Angliederung der Kausmarmsgerichte an den Verband der Gewerbegerichte einstirnmig beschlossen hat." — Zweifellos finden diese Proteste gegen die Anmaßungen der antisemitischen Handlungsgehilfen auch in der Provinz lebhaften Widerhall! Der Ausschuß des Vereins „Bezalel" ersucht uns um Veröffentlichung nachstehender Notiz: „Bekanntlich hat sich ein größeres Komitee, dem neben vielen hervorragenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft auch eine Reihe bedeutender Künstler, wie Jozef Israels, Mar Lrebermann, E. M. Lilien, Prof. Boris Schatz, Herm. Struck u. a. angehören, gebildet mit dem Zwecke, die Hausindustrie und das Kunstgewerbe in Palästina einzuführen. Schon jetzt ist das Komitee in der Lage, an die Ausführung dieses Planes heranzutreten, und zwar begibt sich der bekannte Bildhauer Prof. Boris Schatz in Gesellschaft des Malers E. M. Lilien noch in diesem Herbste nach Palästina, um dort die nötigen Ateliers und die Kunstgewerbeschule ernzurrchten, deren Leitung in opferwilligster Weise Boris Schatz übernommen hat. Für diese Schule wird ein jüdischer Lehrer gesucht. Außerdem soll eine beschränkte Anzahl besonders talentvoller Schüler vorgemerkt werden, denen in der Kunstgewerbeschule in Jerusalem unentgeltlich Unterricht erteilt werden wird und die nach Absolvierung desselben Aussicht haben, Leiter von Ateliers zu werden. Nach Profeffor Schatz' Vorschlägen wird mit der Einrichtung einer Kunstgewerbeschule sowie von Abendkursen für Handwerker zur Erhöhung der Qualität und damit auch des Wertes ihrer Arbeit begonnen werden. Außerordentlich zukunftsreich ist vor allem die systematische Einführung der Teppichknüpferei in Palästina sowie verschiedener klevner Hausindustrien. Um die Arbeit drei Jahre durchführen zu können, sind nach sorgfältiger Berechnung etwa 40 000 Mk. erforderlich, von denen 10 000 Mk. bereits gesichert sind, und es ist begründete Aussicht vorhanden, daß ein beträchtlicher Teil der noch fehlenden Summe durch Vereine beigesteuert werden wird, falls erst die Hälfte des nötigen Fonds beisammen ist. Im Falle des Gelingens wird sich das Werk nach drei Jahren entweder selbst erhalten können, event. mit regelmäßigen Zuschüffen der Vereine, oder es wird mit Hilfe der bis dahin ausgebildeten Kräfte in kaufmännischer Weise weiter geführt werden, wozu die Palästina-Handelsgesellschaft in Hamburg und die Anglo-Palestme-Co. in Jaffa und