Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Berlin
- Date
- 1905-10-01
- Page
- 541 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen 541 Das „Berliner Tageblatt" bemerkte dabei: „Wir würden auf die Teilnahme an einer solchen Versammlung verzichten, auch wenn die Einladung in angemessener Form erfolgt wäre. Den Herren Deutschnationalen möchten wir aber auch hier empfehlen, sich lieber erst in der deutschnationalen Grammatik die elementarsten Kenntnisse anzueignen, ehe sie sich erdreisten, öffentliche „Abrechnungen" vorzunehmen." In der Versammlung berichtete u. a. Herr Blobel über eine Kaufmannsgerichts-Beisitzer-Besprechung am 7. September, über die fast alle hiesigen Blätter Unrichtiges mitgeteilt hätten, und erklärte dann etwa Folgendes: „Der D. H.-V. hat bei Einberufung der Sitzung die besten Absichten gehabt, die leider durch die Abneigung der jüdischen Beisitzer und ihrer Gefolgschaft gegen alles Deutschnationale vorläufig erfolglos geblieben sind." Hieraus sollte, nach einem Berichte der „Staatsbürger Zeitung", ein Herr Meppen im Namen des Verbandes reisender Kaufleute dem D. H.-V. die Sympathien dieser Organisation ausgesprochen haben. Schließlich gelangten in der Versammlung drei geharnischte Resolutionen einstimmig zur Annahme. Der Antisemiten - Moniteur mußte aber am 22. September eine ihm von dem „Verband reisender Kaufleute Deutschlands" zugestellte Berichtigung veröffentlichen, in dem bezüglich des Herrn Meppen gesagt wurde: „Wir haben festgestellt, daß ein Mitglied dieses Namens in unserem Verbände überhaupt nicht existiert, auch konstatieren wir, daß niemand seitens des Verbandes beauftragt war, an dieser Versammlung offiziell teilzunehmen, noch viel weniger namens desselben Stellung zu nehmen oder eine Erklärung abzugeben. Wir erklären gleichzeitig, daß sich der Verband reisender Kaufleute Deutschlands satzungsgemäß weder unpolitischen noch religiösen Bestrebungen beteiligt und somit auch in keiner Weise den tendenziösen Anschauungen und Bestrebungen des Deutschnationalen Handlungsgehilsenverbandes huldigt." — Am 29. September d. I. fand dann eine von dem „Verein der deutschen Kaufleute" einberufene Handlungsgehilfen Versammlung statt, in der mit allen gegen eine Stimme folgende Entschließung angenomwmen wurde: „Die im Apoüosaal des Deutschen Hofes versammelten 1500 Handlungsgehilfen Berlins protestieren energisch gegen die Anmaßung ves Häufleins antisemitischer Handlungsgehilfen, welche mit ihrer Entschließung vom 18. September d. I. glauben, den Handlungsgehilfen Deutschlands Vorschriften machen Zu können. Die Versammlung verurteilt die Umtriebe der Deutsch-