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Im deutschen Reich · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. 534

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-10-01
Page
534 (sequence 11)
Language
German
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534 Iw deutschen Reich. blatts, der dortige Buchbinderweister Wilhelm Walter kandidiert, der schon früher einmal im Wahlkreise Eberbach-Buchen einen ähnlichen Versuch unternahm. Diesmal zählt er auf die Unterstützung der Bündler und der „Mittelstands"-Anhänger und dürfte bei einer Stichwahl wohl auch die Stimmen des Zentrums erhalten. Auch im Königreich Sachsen gehen Bündler und Reformer Hand in Hand, was auch dadurch bestätigt wird, daß das Organ des Bundes der Landwirte, die „Deutsche Tageszeitung", die von dem Abg. Oswald Zimmermann in Dresden begründete neue Wochenschrift „Deutsche Reform" mit den Worten empfiehlt: „Wie aus den Mitteilungen des Blattes hervorgeht, haben die sächsischen Antisemistn sich fast ausnahmslos in dem Streite des Abgeordneten Zimmermann mit dem früheren Parteiorgane der „Deutschen Wacht", auf die Seite Zimmermanns gestellt. Die Probenummer selbst macht im allgemeinen keinen unsympathischen Eindruck." Bezüglich des Verhaltens der sächsischen Antrsemiten scheint jedoch die „Deutsche Tageszeitung" nicht genügend unterrichtet zu sein. Sie unterschätzt den tiefen Eindruck, den der jetzt vor dem Dresdner Landgericht verhandelte Unterschlagungs- Prozeß gegen den Direktor Konrad Hermann Lchleitner auf die Stimmung der Wähler aueübt, über defftn Verhältnis zu den Reformern Zimmermannscher Observanz die „Dresdner Rundschau"* berichtet: -Zm Fall Lehleitner handelt es sich darum, drß dieser schneidige Direktor unter dem Schutze der Reformer stand, die ihn hegten und pflegten und den Deckmantel christlicher Nächstenliebe über sem Tun breiteten. Das geschah natürlich aus Patriotismus; man woütedie „Rot' n" aus der Verwaltung drängeln, und das ist ja auch zum Heile des — Lehleitnerschen Geldbeutels glänzend gelungen. Als die Verwaltung aus Reformern bestand, hatte Herr Lehleitner freie Hand; er konnte tun und lasten, was er wollte, es wurde gebilligt oder gar offiziell erklärt, daß er zu seiner Handlungsweise die mündliche Genehmigung des Vorstandes besessen habe.Natürlich wurde auch die „Wacht" generös unterstützt; sie erhielt zahllose Dcuckaafträge. seltst wenn sie um etwa 90 Prozent teurere Preise fordere als andere Druckereien. Auch Wechsel wurden ihr diskontiert usw." Dies veranlaßt die Redaktion der „Deutschen Wacht"* zu folgender Aerrßeruna: „Hierzu haben wir zu erklären, daß seit dem Uebergang der Deutschen W^cht in Plioathände irgendwelche geschäftlichen oder sonstigen Beziehungen zwischen uns und Herrn Lehleimer oder der Dresdner Allgemeinen Versicherungs-

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