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Im deutschen Reich · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. 533

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-10-01
Page
533 (sequence 10)
Language
German
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Umschau. 533 kandidatur zu Gunsten des Kandidaten des Bundes der Landwirte, Dr. Diederich Hahn, großmütig verzichtete. Zn einer von den Cuxhavener Antisemiten einberusenen Versammlung, zu der auch die Mitglieder des Bundes der Landwirte aus der Umgegend eingeladen worden waren, legte Dr. Hahn ein antisemitisches Glaubensbekenntnis ab, das das helle Entzücken der Gefolgschaft des Herrn Liebermann v. Sonnenberg hervorgerusen hat. Auf eine an ihn direkt gerichtete Anfrage erklärte Dr. Hahn, daß er „auf alle Fälle" bei der nächsten Wahl im 19. hannoverschen Wahlkreise wieder kandidieren werde, und er hoffe, daß ihm die Deutschsozialen treue Waffenbrüder seien. Herr Koch gab hierauf die Erklärung ab, daß man im Falle einer Wahl „gerne für einen so guten Antisemiten ei" treten wolle". Die „Weser-Ztg." richtet an ihre Parteigenossen deshalb die Mahnung: „Eme satte Beruhigung bei dem Erfolge von 1903 könnte sich bitter rücken, und der unermüdlichen Kleinarbeit der Antisemiten und Sozialdemokraten kann nur erfolgreich entgegengewirkt werden, wenn die Liberalen aller Schattierungen des Wahlkreises auch fernerhin fest Zusammenhalten, überall lokale Organisationen ins Leben rufen und sich bei ihrer Werbearbeit an den rührigen Gegnern ein Beispiel nehmen, gegen das ihre eigene Arbeit nicht allzu kläglich und energielos erscheint, wie es bisher leider der Fall war." — Im Wahlkreise Eisenach - Dermbach wird die antisemitische Kandidatur des Verbandssekretärs des deutsch - nationalen Handlungsgehilfen - Verbandes Wilhelm Schack von den Christlich-Sozialen unterstützt, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der Bund der Landwirte zu Gunsten desselben auf seine Alsicht verzichtet, in diesem Kreise einen eigenen Kandidaten aufzustellen, da der Reichstagsabg. Amtsrichter Lattmann, der die Wahlagitation für Schack betreibt, mit dem Bund Fühlung besitzt. In einer Wahlversammlung in Eisenach berichtete Lattmann übrigens, daß die Antisemiten von den Nation alliberalen angeblich ersucht worden seien, zu Gunsten ihrer Kandidatur des Prof. Flex-Eisenach auf die Ausstellung Schacks zu verzichten. Die Katholiken wollen nicht direkt für Schack eintreten, sondern ihm den Abg. Müller-Fulda als Zählkandidaten entgegensteüen, würden aber bei einer Stickwahl wahrscheinlich für Schack stimmen. — Wie die Antisemiten überall aus die Unterstützung des Bundes der Landwirte rechnen und auch rechnen dürfen, zeigt auch die Tatsache, daß im Weinheimer Wahlk eise für cen badischen Landtag der Herausgeber eines kleinen Mannheimer Antisemiten-

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