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Im deutschen Reich · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. 467

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Die beste Waffe gegen unsere Feinde
Date
1905-09-01
Page
467 (sequence 4)
Language
German
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Die beste Waffe gegen unsere Feinde. 467 und mit der gleichen unbeirrbaren Treue stehen wir zu rrnserm Vaterland wie jeder rechtschaffene Bürger, wes Glaubens er auch sein möge. Kein anderes Religionsbekenntnis hat so viel schweres Leid erduldet wie das jüdische, und je mühevoller es sein Anrecht auf das deutsche Vaterland erworben, desto fester werden wir unser Eigentum hüten und erhalten." Dieser unbeirrbare Standpunkt ist von mir allezeit, selbst an hervorragender Stelle vertreten, und es darf gesagt werden, daß es das einzige durchschlagende Argument war, dem selbst ein Fürst Bismarck feire Zustimmung nicht versagen konnte. Und Graf Waldersee, mit dem Schreiber dieser Zeilen in der Eigenschaft als Vorstand des großen Kampsgenossenvereins, in jahrelanger persönlicher Berührung stand, entgegnete gelegentlich einer intimeren Kontroverse: „Welcher vernünftige Mensch denkt denn daran oder darf daran denken, die staatsbürgerlichen Rechte der Israeliten zu schmälern?" Auch die unterschiedliche Stellung der jüdischen Soldaten im Heere wollte Graf Waldersee nicht als „Sache der Religion" betrachtet wiffen und bezeichnete seine Ansicht mit den Worten: „Mir ist es ganz egal, welchem religiösen Bekenntnis der Mann angehört, wenn er nur ein guter Soldat ist." Es wird sich vielleicht Gelegenheit bieten, die Anschauungen hervorragender Männer welche der Antisemitismus als seine Stützen betrachtet, später eingehender zu erörtern, um zu beweisen, daß sie niemals daran gedacht haben, die uns von Gesetz und Moral verbürgten Rechte verletzen. Aber das Recht an sich — das geschriebene Gesetz, genügt in unserer leidenschaftlich aufgewühlten Gegenwart leider nicht, wir müffen es verteidigen und kämpfend zur Geltung bringen. Das vermag nur, wie eingangs erwähnt, die konzentrierte Einheit. Obwohl nun der Central-Verein eine imponierende Stärke aufweist, wie sie nie zuvor im Judentum deutscher Staatsangehörigkeit erreicht wurde, bleibt es doch eine sehr bedauerliche und überraschende Tatsache, daß noch recht viele unserer Glaubensgenoffen zurückblieben, sich der Vereinigung als aktive Mitglieder anzuschließen. Das jüngst vom Vorstand des Central-Vereins herausgegebene Mitgliedsverzeichnis zeigt z. B. für Hamburg noch so große Lücken von Ferngebliebenen, daß es wohl kein Trugschluß ist, wenn man das gleiche, betrübende Beispiel auch in allen Starten des deutschen Reiches annimmt. Das kann nur der alte, unverzeihliche Kardinalfehler der Lauheit, der gedankenlose jüdische Jndifserentismus verschulden, der uns die wirksamste Bekämpfung des Antisemitismus erschwert, den Sieg der ge'.cchtcu Sache verzög-rt. Jede Minute des Zauderns bedeutet

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