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Im deutschen Reich · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. 466

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Die beste Waffe gegen unsere Feinde
Date
1905-09-01
Page
466 (sequence 3)
Language
German
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466 Iw deutschen Reich. Volkes herabzuwücdigen sucht. Dcr äußerliche Antisemitismus, d. h. die brutale, offenfemdliche Ausschreitung achtet keine sittlichen Gründe, er will die Verwerflichkeit seines Strebens nicht cinsehen, sich nicht belehren lassen und die, dem jüdischen Wesenin Folge der jahrhundertelangen Unterdrückung anhaftende, „schweigende Ertragung", betrachtet er als einen Erfolg seines freventlichen Gebahrens. Nur der offene Kampf, das energische Zu rück weifen aller wahrheitswidrigen Behauptungen kann uns von dem antisemitischen Wahn befreien. Und eine solche Gegenwehr vermag nur die konzentrierte Macht, der einheitliche Wille, wie ihn zur Zeit der „Central-Bercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" mit seiner wirksamen Organisation glücklicherweise geschaffen bat, zu führen. Der Wille der einzelnen gleicht dem Tropfen im Meere. Jemehr wir das erstandene Bollwerk der Vereinigung verstärken, je enger sich unsere Reihen schließen, desto sicherer wr.d unser Schutz und die Zuversicht auf die Erhaltung unserer staatsbürgerlichen Rechte. Das allein ist der Brennpunkt unseres Strebens, alle anderen Fragen müffen vor dieser Grundbedingung als nebensächlich zurücktreten. Eine von niemandem zu bestreitende Tatsache belehrt uns, daß wir dem Antisemilismus nicht in seinen zahllosen Schlupfwinkeln entgegentreten können, sondern unsere ganze Macht da einsetzm üssen, wo er unsere gesetzmäßige Gleichberecktigung antastet. Gleichheit vor dem Gesetz, Wahrung unserer bürgerlichen Rechte — das ist die einzige uns gebliebene Wahlstatt. Und hier, auf dem heiligen Boden des Rechts müffen wir eine Phalar.x bilden, die vom „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" geführt, unsere Rechte vertritt und jeden offenkundigen Angriff gebührend zurückweist. Die Herrlichen Worte unseres unvergeßlichen Vorkämpfers Gabriel Rieß er find vielen erst zur vollen Klarheit geworden, als der Antisemitismus unsere bürgerlichen Rechte bedrohte. Nicht nur der Jude in uns empört sich, sondern vor allem auch der Staatsbürger, dem man seine vollberechtigte und gleichwertige Zugehörigkeit zum deutschen Volke zu verunglimpfen suchte. ^Stärker als das religiöse Empfinden regte sich bei mir das politische Gefühl, so jüdisch mein Herz auch geblieben ist. Wir Juden deutscher Nation haben, jeder in seiner Weise für unser Vaterland gestrebt und gestritten, wir haben uns die Scholle deutschen Landes als un"er höchstes Eigentum in Ehren erworben, hier ist unsere Heimat, hier schlägt unser deutsches Herz in derselben Liebe und Hingebung;

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