Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Berlin
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 435 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316727-2316735-2335341--14079-2335454- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. Kraft und mit aller Energie für den Ruhm, für die Freiheit des deutschen Hauses und der deutschen Familie. Benutzet die kostbaren Tage und Stunden, denn ein so günstiger Moment kehrt nie mehr wieder; auf, zum Sturm, auf, Ihr Sozialisten, Männer von der roten Fahne, auf, Ihr Arbeiter und Handwerker, Ihr meine Freunde und Bundesgenossen, auf, zum letzten gewaltigen Kampf!" Wie es in den Strafmandaten heißt, tonnte dieser Schlußpassus „eine Beunruhigung des Publckmns Hervorrufen^. Die Zettelverteiler haben gerichtliche Entscheidung beantragt. Die Rede: „Die Hyänen des Schlachtfeldes" hat ebenfalls ein Vorgehen der Polizei veranlaßt. Es ist also wahrscheinlich, daß aus den Flugblättern und Reden Zusammen rin Strickleüt für den Grafen gedreht wird, das ihm weniger weh tun dürfte, wenn er als nicht ganz normaler Mensch dastehl." Die „Staatsbürger-Zeitung" trauert in Sack und Asche, weil der Handwerks- und GewerbekammerLag in Cöln am 10. August den allgemeinen Befähigungsnachweis für sämtliche Handwerkszweige mit 46 gegen 25 Stimmen abgelehnt hat; sie jammert, am 10. August 1905 seien die Interessen des Handwerks leichten Herzens um einer fixen Idee willen geopfert worden. „Eine fixe Idee" der „Staatsbürger-Zeitung" war es aber nur, den „allgemeinen Befähigungsnachweis" dauernd als Agitationsmittel für die antisemitische Bewegung benutzen und der Mehrheit der deutschen Handwerker „die fixe Idee einimpfen zu können, daß alle ihre Rot und Pein durch den „Befähigungsnachweis" beseitigt werden könnte. Der hier als Organ des „Vereins der deutschen Jfaufieuie* erscheinenden ^Kaufmännnchen Rundschau" winde kürzlich aus Posen berichtet: „In einer .Sitzung des hiesigen Onsv-rems referierte G Francke über „Die Frauenfrage im Handelsgewerbe". An das Referat schloß sich eine lebhafte Diskufs on, aa welcher sich auch Stadtverordneter Jgnatowicz sowie mehrere Herren vom Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband beteiligten und versuchten ihren Srandpunkr gegen jegliche Frauenarbeit im Handelsgewerbe zu begründen. In manchen Berufen hätte sich, so führten sie aus, bereits ein recht fühlbarer Mangel an weiblichen Hilfskräften herausgc stellt, und es märe doch mcht mehr als recht und billig, wenn die Frauen erst dort die Lücken ausfüllen, ehe sie sich dem Handelsgewerbe zuwenden. Selbstverständlich wurde den Herren von Seiten unserer Mitglieder ordentlich heimgeleuchtet, was um so leichter war, als sich die deutsch-nationalen Jünglinge in ihren verschiedenartigen Ansichten selbst bekämpften. Interessant war die Mitteilung des Vorsitzenden der Ortsgruppe der Deutschnationalen, wo-