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Im deutschen Reich · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. 431

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-08-01
Page
431 (sequence 14)
Language
German
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Umschau. 431 Spitälern liegenden verwundeten jüdischen Soldaten werden die Angehörigen nicht Zugelassen; sind diese von weither zugereist, so werden sie als nicht aufenthaltsbereckügt sofort von der Polizei nach ihrem Wohnsitz abgeschr-ben. Ein hochbegabter deutscher Dichter jüdischen Glaubens, der in Odessa geborene Wilhelm Woifsohn, hat einst in dem Drama „Nur eine Seele" in der Frage der Leibeigenschaft die mit srcmzömcher Tünche überzogene russische Brutalität in dm lebhaftesten Farben geschildert. In der „Judensrage" offenbart sich diese Brutalität ganz unverhüllt; sie treibt Millionen von russischen Juden zur Verzweiflung; jeder einzelne aus diesen Millionen ist wohl ^nur eine Seele", aber der himmelschreiende F-evel, der an dnser durch eine grenzenlose W-ükür und Mißwirtschaft in Rußland verübt wird, ist auch ein Verbrechen an der gesamten russischen Volksseele, welches in dem schaurigen Syst-m der russischen Machthaber besteht, den Fortbestand dieser Macht dadurch Zu sichern, daß man das Volk durch das Volk zerfleischen läßt. Sie treiben, wie die katholische „Köln. VolrsZeitung" schreibt, ^nickt nur die Christen gegen die Juden, die Arbeiter gegen die Studenten, die Bauern gegen die Arbeiter, diese gegen die „Semfiwoft. sondern auch die Ta.aren gegen die Armenier. Kein vernünftiger Mensch kann bezweifeln, daß auch die Greueltaten, die die Muhammedaner an den Armeniern verüben, von den russischen Machthabern nicht nur stillschweigend gebilligt, sondern auch gefördert werden". Auf diese We-.se gewinnt die russische „Seelenpest" einen Umfang, dcffen Ende nicht übzusehen ist. In einem an die russischen Bauern und Arbeiter gerichteten Rundschreiben, sucht der Erzpriester Gapon dieser Pest durch aufüärende, Mahnungen Einhalt Zu tun, indem er darauf hinweift, daß nicht die Juden, sondern die russischen Machthaber das Volksvermöaen vergeudet haben, statt es für die Bedürfnisse des Vaterlandes zu verwenden. Er sagt schließlich: „O russisches Volk, wer frißt jetzt deine Kinder, haut sie mit Säbeln und Nagaikas, durchbohrt sie mir Bajonetten und tötet sie mit Kugelnd Srnd es die Juden? Nein! Das tun die Minister Nikolais II., die unersättlichen Vampyre, Verschwender und Vo'ksverrärer. Sie schicken ihre Kosaken- und Soldatenregimenter, das beißt deine eigenen Söhne, gegen die armen Bauern, mit anderen Worten gegen ihre eigenen Väter und Müttery sie sch cken sie gegen die heldenmütigen Fabrikarbeiter, sie sch'cken sie gegen alle die, die ihr Leben für ihr Land und ihre Freiheit hingeben." Die „Staatsbürger Ztg," bfZeichnet diese bittere Wahrheiten als „gemeine Hetze"; wer Judenverfolgungen mißbilligt, verdirbt ja ihr Geschäft und wird von ihr beschimpft. Von dem Blatte ist nichts Besseres Zu

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