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Im deutschen Reich · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. 432

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-08-01
Page
432 (sequence 15)
Language
German
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Im den i scheu Ml cid). 1X2 erwarten, aber daß Blätter wie die „Hamburger Nachrichten" den Reichskanzler auffordern, deutsche Witzblätter zu maßregeln, welche „aus teils demokratischen, teils konfessionellen (!) oder Rassemstinkten das Oberhaupt und die Generale Rußlands verunglimpfen", ist toA! Die „Kreuz-Ztg." liefert dazu noch den Kommentar, daß diese Verunglimpfung auf jüdischen Haß, jüdischen Geschästsgeist und jüdische Sensationslust Zurückzuführen sei. Wenn Arndt heute noch lebte, würde er dies als die Gesinnung „von Knechten" kennzeichnen, „die uns zu Knechten machen wollen!" Das Manifest des Zaren, das dem russischen Volke ekte Vertretung Zugesteht, an dem nur Besitzende teilnehmen dürfen, wird kaum den Wünschen der russrchen Intelligenz entsprechen und als eine Arbeit Pobjedonoszews die Lage der russischen Juden nicht Verbessern. So lange nicht den Verfolgungen der Juden durch einen deutlichen Ukas an die Provinzialbehörden Einhalt getan wird, ist an eine Wendung Zum Bessern im Zarenreiche nichr zu glauben! A. L KsrrespandrAM. oo Berlin, 20. August. Eine am 2h v. Mts. in Kellers Sälen in Berlin veranstaltete Versammlung, in der Graf Pückler als Redner auftrat, hatte eine nur halbstündige Dauer. Nachdem Pückler die jüdischen Professoren, Privatdozenten, Theaterleiter und Bankiers angegriffen hatte, kündigte er an, daß er sich in wenigen Monaten aus dem politischen ins private Leben zurückziehen werde, da er einen Erfolg bisher nicht erzielt habe ' und das Publikum seine Ausführungen lediglich zum Gegenstand des Lachens und des Spottes gemacht habe. Die antisemitische Bewegung sei nun schon 25 Jahre alt, doch sei nichts erreicht worden, weil die Agitatoren nicht die rechten Mittel angegeben hätten. Die Judenfrage fei heute nur noch mit dem Knüppel zu lösen. Als Graf Pückler dann wieder aufforderte, die jüdischen Bazare zu plündern, erhob sich der aufsichtssührende Polizeihauptmann und erklärte die Versammlung für aufgelöst. Ein starkes Schutzmannsaufgebot betrat den Saal und wies die Versammelten zum Saal hinaus. Die Versammelten verließen ruhig das Lokal. Von dem „Arbeiter" Weißenborn, der wiederholt in Versammlungen Puchers diese n Handlangerdienste geleistet hat, brachten die „Mit-

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