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Im deutschen Reich · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. 411

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
Das Schächten
Date
1905-08-01
Page
411 (sequence 18)
Language
German
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Das Schächten. 411 haben wir Beweise, daß das heutige Schlackten in der Bibel nicht begründet ist, daß Moses nicht das Schächten von heute geboten habe!" 2. Die haeretischen Sekten des Judentums, die Samaritaner sowohl (deren Entstehung als religiöse Sondergemeinschaft spätestens in das V. Jahrhundert vor Ehr. zurüEreicht), als auch die Karäer (welche im VIII. Jahrhundert n. Chr. sich vom rabbinischen Judentum absplitterten) haben bekanntlich nur die biblischen Gesetze sestgehalten, hingegen die auf mündlicher Ueberlieserung beruhenden verworfen. Beide Sekten haben aber die Schächtvorschriften mit allen ihren Einzelheiten übernommen und bringen sie ohne jegliche Einschränkung und Veränderung in ganz derselben Weise bis auf den heutigen Tag zur Ausführung, wie sie im Talmud ungeordnet sind! Kann angesichts dieser durch keine Deutungskunst Zu beseitigenden oder abzuschwächenden, noch in der Gegenwart kontrolierbaren historischen Tatsachen ernsthaft bestritten werden, daß die rituelle Schlachtmethode bereits in den allerältesten Zeiten als biblischmosaisches Gebot von unbedingter VerpflichtungskrafL gegolten hat, da selbst die vom Judentum losgelösten, nur die Bibel als religiöse Norm anerkennenden Sekten das Schächten und alle dafür vorgeschriebenen Bestimmungen treu beibehalten haben?! Dr v. Schwartz aber beschimpft (S. 84) die Rabbiner, daß ihre „Versuche, dies nachzuweisen, ganz kläglich ausgefallen find", und Herr Stenz attestiert ihm, daß er „einzig und allein die Wahrheit ermitteln und für sie eintreten will"! Nach den vorstehenden Ausführungen wird es nicht mehr überraschen, daß Di\ v. Schwartz diese historischen Tatsachen gleichfalls aus der Angabe bei Goltz (a. §. O. S. 119) wissen mußte, sie also keineswegs aus Unkenntnis verschwiegen hat. Doppelt grotesk wirkt es aber, daß er zwar diese geschichtlichen Wahrheiten mit beredter Schweigsamkeit übergeht, hingegen eine Geschichtslüge stümperhaftester Art austischt und ausschlachtet. Er behauptet (S. 56), daß die Sadducäer, welche „die mündlichen Ueberlieserungen verworfen haben", „die Speisegesetze nicht beachteten, sie für wertlose Sophistereien hielten". Richtig ist, daß die Sadducäer „die mündlichen Ueberlieferungen verworfen haben"; durchaus unrichtig aber ist es, wie halbwegs Kundigen nicht erst dargetan zu werden braucht, daß sie „die Speisegesetze nicht beachteten'"; vielmehr haben sie sich in dieser Hinsicht von den Pharisäern nicht im geringsten unterschieden, sondern gleich diesen jene Gesetze (zu denen natürlich auch die Schächtvorschriften aebören) mit skrupulöser Gewissenbaftiakeit inne-

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