Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Das Schächten
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 404 (sequence 11)
- Language
- German
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404 Im deutschen Reich. für die Tiere Verbunden; ob aber die Vorbereitungen ohne Verwendung dieser Hilfsmittel, die Voraussichtlich in vielen Fällen nicht Zur Verfügung stehen, schmerZlos für die Tiere bleiben, kann ich nicht entscheiden,da ich Beobachtungen hierüber in genügender Zahl nicht gemacht habe."! Diese wenigen Proben könnten um viele vermehrt werden — denn mutatis uratandis gilt von nahezu sämtlichen Zitaten das Gleiche — sie dürften genügen, um das Gehaben des Dr. von Schwartz^) und zugleich den Pauegyrikus seines Lobredners Stenz zu kennzeichnen. Mit diesen Unrichtigkeiten verbündet sich eine geradezu schimpfliche Unwissenheit in denjenigen Teilen des Buches, welche sich mit der religionsgeseHlichen Seite der Frage beschäftigen und den „Nachweis^ unternehmen, daß es sich beim Schächten nicht um eine biblische Vorschrift, sondern nur um einen „von den altorientalischen Rabbinern eingeführten Gebrauchs handle, dessen gewaltsamer Beseitigung keinerlei Bedenken entgegenstehen. Alle halbwegs Kundigen werden es begreiflich finden, wie harte Selbstüberwindung es kostet, mit einem laienhaften Kritikaster, der nicht einmal das bescheidene Maß von Wissen besitzt, die jüdischen Reliaionsquellen zu lesen, geschweige zu übersetzen, sich in ernsthafte^Ausewandersetzungen über den Inhalt, die Deutung und die Verpflichtungskraft dieser Religiomquellen einzulassen, anstatt mit wortloser Nichtbeachtung daran vorüöerzugehen. Allerdings spielt sich Dr. v. Schwartz mit unüberbietbarer Selbstgefälligkeit als ein genauer Kenner des jüdischen Schrifttums, auch *) Er vermeint, dieses Gehaben mit der ganz gelegentlichen Bemerkung (S. 159) zu rechtfertigen, dag er „nicht alle Aeunernngen wörtlich, manche nur dem Sinne nach wiedergibt/' Ueder diese groteske Ausflucht braucht nach den mitgeteilten Beispielen lein Wort verloren zu werden. Abgesehen davon, das; Schwartz die „Aensternngen" mit verschwindend wenigen Ausnahmen stets unter Anführnngsstr ichen, also in der Form wörtlicher Ziiate, präsentiert, entstellt er dieselben! durch die Weglassung der schächtgünsrigen Norder- oder Nachsätze, der ausschlaggebenden Worte ic. Mittels dieser Klopffechter-Manier liege sich g. B. erweisen, datz Schiller in seinem „Lied an die Freude,, den — Diebstahl verherrlicht und empfiehlt. Es genügt, ans dem bekannten Verse: „Und wer's nie gelaunt, der stehle Weinend sich aus unserm Bund." nur den ersten Vers zu zitieren und den zweiten, nach der Gewogenheit des Herrn SrbwarM fnrtrnlrmen. -