Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Das Schächten
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 399 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Schächten. 399 schnell und so sicher Löte und das Fleisch so haltbar und so schmackhaft mache, daß es von keiner anderen SchlachtarL übertrosfen werde"! Auf Grund dieses Gutachtens ist die Tötung durch Halsschnitt, d.h. das Schächten, seitens der Armeeverwaltung in den Militär-Konservenfabriken obligatorisch eingeführt worden.^) Auch über diese, gleichfalls im Reichstage und in den politischen Blättern viel erörterte Tatsache sagt Dr. v. Schwartz in seinem, 259 Seiten umfaffenden Buche kein Wort! Ganz besonders kennzeichnend für die von Herrn Stenz gepriesene Wahrhaftigkeit seines Mitstreiters ist die Art, wie vr. v. Schwartz zitiert. Es wird wie Uebertreibung klingen, ist aber buchstäbliche Tatsache: Unter den nach vielen Hunderten Zählenden Zitaten wird kaum ein einziges richtig wiedergegeben; mit ganz verschwindenden Ausnahmen werden sie durch Fortlassung einzelner Worte oder ganzer Satzteile verstümmelt, zurechtgestutzt oder durch sonstige Praktiken umgemodelt, bis sie einen ganz anderen Sinn erhalten, als ihr Wortlaut besagt. Durch diese Manier bringt es Dr. v. Schwartz zuwege, aus den schächtgünstigen Gutachten sich Waffen gegen das Schächten zu konstruieren. Aus der übergroßen Fülle nur einige Proben: Unter den Rabbinern, welche angeblich den biblischen Ursprung der SchächtvorschrifLen und ihre religionsgefetzliche Verbindlichkeit leugnen, führt er den Di. Engelbert an. Nun lese man, was dieser ehemalige Rabbiner von St. Gallen wirklich sagt und wie Schwartz ihn zitiert: Engelbert: „Ist das Schlachten der Tiere nach indischem Ritus wirklich Tierquälerei?" S. 6: ^Denn hier (Leim SchächLriLus) handelt es sich nicht etwa um ein bloßes Herkommen, sondern um ein biblisches, um ein mosaisches Gesetz, dem nicht — wie gewöhnlich angenommen wird — nur eine in Folge der veränderten klimatischen Verhältnisse bedeutungslose Sanitütsrücksicht, sondern einzig und allein ein Prinzip der Moral und der Humanität zu Grunde liegt." Schwartz S. 116: „Rabbiner Engelbert, also auch ein Jude, sagt in seiner Schrift: „Dem SchächLriLus liegt einzig und allein das Prinzip der Moralität und der Humanität zugrunde!" Er gibt also zu, daß das betaubrmgslose Schachten nicht religiös vorgeschrieöen ist, und daß es unterlassen werden kann, wenn moderne, der Moralität und Humanität mehr entsprechende SchlachLverfahren zur Verfügung stehen." Fischer, sämtlich Professoren an der Berliner Universität. Ob es noch ein zweites medizinisches Kollegium auf Erden gibt, das eine gleiche Anzahl illustrer, unbestritten autoritativer Meister ihres Faches in sich vereinigt? *) Nebenbei bemerkt (wie vr. Lieber ebenfalls berichtete, also dem vr. v. Schwartz nicht entgangen f ein konnte) auch vom holla irdisch e n Kriegsministerium.