Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Der Anteil der Juden am Unterrichtswesen in Preußen [Rezension]
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 385 (sequence 3)
- Language
- German
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Bücherjchau. 335 In Bezug aus die Zahl der jüdischen Schüler, welche jüdische Volksschulen besuchen, verzeichnet die Statistik einen auffallenden Rückgang: während 1886 noch 37,4 % aller jüdischen Volksschüler jüdische Volksschulen besuchten, waren es 1901 nur noch 28,9 «/<>. Dafür ist der Prozentsatz der Juden, welche protestantische Volksschulen besuchen, von 23,3 % aus 36 und derer, die paritätische Volksschulen besuchen, von 16,2 auf 21,5 % gestiegen. Gleichfalls verringert hat sich die Zahl der jüdischen Volksschulen, und zwar in dem Zeiträume von 1886—1891 von 318 auf 244. 1886 betrug die durchschnittliche Zahl der Schulkinder einer öffentlichen jüdischen Volksschule 42, 1891 39 und 1901 nur noch 29. Der Prozentsatz der jüdischen Schüler an den höheren Knabenschulen betrug 1880/81 noch 10,1, 1900/01 nur noch 7,9. Seit dem W.-S- 1900/01 ist der Anteil der Juden an der Gesamtschülerzahl aui 7,77 im W.-S. 1901/02 und auf 7,47 im W.-S. 1902/03 zurückgegangen. Vergleicht man die einzelnen Provinzen miteinander inbezug aus die jüdische Frequenz der höheren Lehranstalten, so ergibt sich, daß unter der jüdischen Bevölkerung die Schüler höherer Lehranstalten verhältnismäßig am zahlreichsten in Schlesien, Berlin und Sachsen, am seltensten in Westfalen und in der Rheinprovinz sind. Was die aus den höheren (Voll) - Anstalten hervorgehenden Abiturienten betrifft, so bildeten die Juden im Schuljahre 1885/86 8,72 o/g, 1895/96 6,38°/«, im Durchschnitt der Schuljahre 1899/1902 7,14 % aller Abiturienten. In dem letztgenannten Zeiträume gingen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl 6,44 mal so viel jüdische Abiturienten hervor, als aus der christlichen Bevölkerung. Allerdings ergibt die Statistik auch, daß die jüdischen Schüler höherer Lehranstalten in größerem Umfange als die christlichen Schüler die Schule vor dem Abiturium verlaffen. Unter 100 Studierenden waren im Durchschnitt der Studiensemester 1886/87 und S.-S. 1888 9,61, S.-S. 1892 und W.-S. 1892/93 10,06, S.-S. 1899 und W.-S. 1899/1900 9,22 jüdischen Glaubens. Der Anteil der Juden unter allen Studierenden ist also geringer geworden. In der Verteilung der Juden auf die einzelnen Fakultäten und Disziplinen ist seit 1886/87 der starke Rückgang der jüd schen Mediziner und Philologen im Verhältnis der Gesamtzahl aller Studierenden der Medizin und Philologie augenfällig. Unter 100 jüdischen Studierenden widmeten sich im Durchschnitt der Semester 1885/87 und S.-S. 1887 58,78 % der Medizin und 15,63%