Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Litteratur [Rezension]
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 380 (sequence 3)
- Language
- German
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ZM deutscher; Reich. Z80 fest, daß weder jetzt noch überhaupt die Auffassung der Weltgeschichte durch die Erforschung Babylons von Grund aus verändert werde, und daß die Windstöße, die von jener Seite gegen die Bibel heranbrausen, deren Stamm nicht zu knicken und deren HerzwurZel nicht loszureißen vermögen." Ans dem Litteraturberichte von Karpeles feien hier noch zwei Schriften genannt, welche den abenteuerlichen Phantasien vieler moderner RasseLhcoretiker auf Grund wissenschaftlichen Materials entgegentreten: Friedlich Hertz „Moderne Raffetheorien" und C. H. Swatz „Was sind Juden eine ethnographisch - anthropologische Studie. Stratz beantwortet jene Frage in folgender We-.se: „Die Juden sind die Nachkommen eines alten KuL urvolkes, das dem südlichen Zweige der Mittelländischen weißen Raffe entstammt und in Klein-Asien und Nord-Afrika feme Sitze hatte. Die dort lebenden Juden haben noch heute den ursprünglichen südmutelländischen Raffencharakter bewahrt, während diejenigen, die sich unter anderen Zweigen und Völkern angesiedelt haben, entweder deren körperliche Eigenschaften mit den eigenen verschmolzen oder sich durch starke Inzucht zu einem individuell gefärbten Typus auf der Basis ihrer Stammesrasse ausgebildet haben." In dem die Schicksale der Juden in den einzelnen Ländern im Jahre 5664 betreffenden Rückblicke, den wieder Philippson gibt, wird arr erster Stelle die „nach langen und schwierigen Verhandlungen" erfolgte Begründung des „Verbandes der deutschen Juden" als günstiges Moment heroorgehoöen. Von den Einzelaufsätzen, welche die vorliegende Publikation enthält, möchte ich als den besten den Beitrag bezeichnen, in welchem der bekannte Rabbiner in Kopenhagen Simonsen eine kurze Darstellung der Hauptlehreu unserer Religion vor einer zum allergrößten Test aus Christen bestehenden Versammlung gegeben hat. Vielfach berührt stch dieser Vortrag mit einem anderen, in welchem der verstorbene berühmte Philosoph und Sprachforscher Moritz Lazarus „ethisches Wissen und Leben im Judentume" behandelte. Speziell mit historischen Thematen beschäftigen sich die Studie von H. Groß, welche namentlich gegen die ungerechte und unwissenschaftliche Beurteilung der Pharisäer durch Harnack gerichtet ist, und ein recht interessanter Aufsatz von Or. H. M. C., dem dieser aus mancherlei Gründen aber besser einen anderen Titel gegeben hätte. Dem größten jütischen Philosophen des Mittelalters ist ein Aufsatz von Güdemann: „Moses Maimonides", dem größten christlichen Philosophen der Neuzeit eine Studie des kenntnisreichen Di*. Adolf