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Im deutschen Reich · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. 375

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
[Ohne Titel]
Date
1905-06-01
Page
375 (sequence 5)
Language
German
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VereLnsnachrichten. 375 andere Hotelbesitzer gründlich von den Boykottgelüsten kuriert hat. — Daß auch dem Besitzer des Hotel „Belvedere mit Villa Ladhuse" in Harz bürg Juden nicht willkommen sind, wird diese nicht sehr bekümmern, da ihnen in Harzburg viele andere, mindestens ebenso komfortable Hotels und Pensionen offenstehen, in denen man keine Ahnung von solchen rückständigen Vorurteilen hat. Gänzlich zu meiden ist Kitzbühel in Tirol, dessen „Fremdenverkehrverein" seine Reklamebücher mit dem Stempel versendet: „Beschluß der Gen.-Vers. 1897: Anfragen von Juden haben unberücksichtigt zu bleiben-" Fragen wir also nicht nach Kitzbühel! Oavete! Bereits in dem Aprilheft des 7. Jahrgangs dieser Zeitschrift verwiesen wir darauf, daß der Besitzer der auf eine zahlreiche jüdische Kundschaft angewiesenen Ludwigs-Apotheke im Bad Kissingen, Jhl, am 1. Mai 1901 in der „Pharmazeutischen Zeitung" eine Anzeige veröffentlicht hat, wonach er „zwei jüngere Herren christlicher Konfession mit etwas Sprach kenrttniö" suchte. „Herr Jhl stehe also nicht auf dem Standpunkte seines Vaters, der eine ihm zugeschriebene judenfeindliche Aeußerung öffentlich entschieden in Abrede stellte." Auch in diesem Jahre hat Herr Jhl jun. wieder ein ähnliches Inserat losgelassen, das wie folgt lautet: „Bad Kissingen. Auf 1. Mai event. auch etwas später, wird noch ein junger, unexamimerter Herr (christlicher Konfession) mit polnischen und womöglich auch russischen Sprachkenntniffen gesucht. Photographie, Referenzen und Zeugnisabschriften erbeten an die Ludwigs- Apotheke." — Hoffentlich nehmen unsere Glaubensgenossen, die das Bad Kissingen besuchen, sowie die dort wohnhaften Juden, möglichste Rücksichten aus die „Imponderabilien" des Besitzers der Ludwigs- Apotheke und verhindern ihn nicht an der Erfüllung seines zweifellos gehegten Herzenswunsches, durch ein ausschließlich der christlichen Konfeffion angehöriges Personal einer ausschließlich christlichen Kundschaft „christlich-konftffionelle Mixturen" verabreichen zu lassen. Frau Syndikus Dr. Minden hat auch in diesem Jahre am 28. Mai, dem Todestage ihres ersten Gatten, unsers immerwährenden Vereinsmitgliedes, Herrn Albert Hirschland, dem von ihr zu seinem Gedächtnis begründeten „Albert Hirschland-Fonds für Rechtszwecke" Lausend Mark überwiesen und demit aufs neue die edle Absicht bekundet, unsere Bestrebungen zu fördern und für dieselben anregend zu wirken. — Die Herren Baermann in Fürth stifteten

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