Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 374 (sequence 4)
- Language
- German
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374 Zm deutschen Reich. Gaisenstein, Jnner-Bartholomä, Bandaus in Montavon, Langhampfen, Gundelbruch im Unterelsaß, Lnft- und Masterkurort Einöd bei Friesach in Obersteinermark, Gasthof zur Gräfin in Kufstein, Kitzbühel, Mezzolombardo (Restaurant Gröbner), Rentfch bei Bozen, Cafs Schgraffer in Bozen, Sermione am Gardasee (Hotel promessi sposi). Insbesondere wiederholen wir unsere Warnung vor dem Besuche des Kurorts Braunlage im Oberharz, von dem — nebenbei gesagt — in dem Prospekt berichtet wird, daß er an sumpfiger Stelle erbaut und deshalb früher den Namen „Braunloch" bezw. „Braunlach" erhielt. In dem Prospekte ist ausdrücklich S. 6 zu lesen: „Israeliten werden von den Braunlage besuchenden Fremden nicht gern gesehen, deshalb finden dieselben in den Hotels wie auch Privathäufern schwerlich Aufnahme!" Trotzdem wird in demselben Prospekt „Braunlage als Kurort für jeden erholungsbedürftigen Sommerfrischler" empfohlen. Dazu gehören zweifellos viele Juden; diese werden sich aber anderswo besser erholen, als an Orten, die antisemitisch versumpft sind! — Aus Karlsbad wird im Interesse der jüdischen Badegäste berichtet, daß die Inhaber nachstehender Hotels, Häuser und Cafes in der antiemitifchen Bewegung hervorgetreten find: Hotel Morgenstern, National, de Russie, Residenz-Hotel; die Häuser Grillparzer (Alte Wi-fe), Römischer Feldherr (Neue Wiese), Ölzweig (Marienbaderstraße), Jtalia, Florenz, Germania (Schloßberg), Stadt Warschau, Insel Malta, Rosenstock (Kaiserstraße), Brandenburger Tor (Kreuzstr.), Preußische Krone, Ezeria, Diamant, Englische Krone (Egerstr.) und das Cafe Samsouci. (Wir bitten unsere Leser, uns über unangenehme Erfahrungen, die sie ihres Glaubens wegen irgendwo in Sommerfrischen machen sollten, zuverlässige Mitteilungen zugehen zu lasten. Die Redaktion). Zu den Sommerfrischen, die für unsere Glaubensgenossen unzugänglich sind, zählt auch das nahe bei Friedrichroda in Thüringen gelegene „Finsterbergen". Im Winter hat es Juden gern ausgenommen, im Sommer versendet es Prospekte mit der Losung: „Nur für christliche Familien" und macht feinem finstern Namen alle Eh e. Dem Besitzer des Kurhauses „Felsenstein", Herrn Albert Hildebrand, der „Wohnung nur für christliche Personen" empfiehlt, und offenbar in Finsterbergen als „Finsterling" angesehen sein will, mögen die Juden den Gefallen tun, sich auf Bergen zu erfrischen, die heller sind, und abwarten, bis ihm die bekanntlich nicht sehr einträgliche Antisemitenkundschaft dieselbe Aufklärung verschafft, die schon