Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 351 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau. 351 dieser Berichtigung neue Glossen ihrer Art hinzufügte, hat auch noch eine zweite Berichtigung, in der ihnen drei Unwahrheiten zur Last gelegt wurden, veröffentlichen müssen, dabei aber dasselbe Spiel wiederholt. Für solche Schnftleitungen ist der § 11 des Reichspreß, gesetzes nicht gemacht, ihr § 11 lautet: Es wird fortge . . . Wie man anständig berichtigt, zeigte nachstehende von der „Welt am Montag" gebrachte Veröffernlrchung: ,.Wir glossierten auf Grund einer uns zugegangenen Mitteilung das Verhalten der Firma Bernhard & Co., Luxuk-papierfabrik, Berlin, W lhelmstr. 39, einem von ihr gekündigten Angestellten gegenüber, der sich durch seine Mitwirkung an den Bestrebungen des deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes bemerkbar gemacht hatte. Der Vorwurf, daß die Firna Anfragen anderer Firmen, bei denen sich der gekündigte Gehilfe bewirbt, einfach unbeantwortet geraffen hübe, ist, wie wir uns durch den Augenschein überzeugt haben, zu Unrecht erhoben. Wir sahen die Abschriften verschiedener Briefe, in denen Anfragen ordnungsgemäß beantwortet wurden. Wir nehmen keinen Anstand, zu erklären, daß die gegen die Firma erhobene Anklage nach dieser Feststellung im wesentlichen entkräftet ist." Schließlich drehen die antisemitischen Handlungsgehilfen, die Zu dem deutschnaiionalen Verband gehören, der statutenmäßig keine Juden arttnimrnt, auch noch den Spieß um und beklagen sich über die Neigung der Juden zur Absperrung. In einem „Israel unter sich" überschriebenen Artikel des antisemitischen Hamburger „Deutschen Blattes" vom 16. Mai rechnete es der Verfasser des erwähnten Aufsatzes dem „Breslauer Handlungsdiener-Institut^' als „Neigung zum Ghettogeist" an. daß die Mitglieder dieser Vereinigung sämtlich Juden seien. Als ob nicht der Leiter des Verbandes, Wilhelm Schack, der sowohl die „Handelswacht" als auch das „Deutsche Blatt" inspiriert, seit Jahren Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hätte, die GhettosHranken wieder aufZurichten. Das ist die echte pseudonationale Politik; erst schließen allerhand studentische, kaufmännnische u. a. Organisationen durch statutenmäßige Bestimmungen die Juden aus, und dann verdenkt man es diesen, wenn „Israel unter sich" bleibt. Eine solche Doppelzüngigkeit muß vorurteilsfreie und freisinnig denkende Männer anwidern. In der Berliner Stadtverordneten- Versammlung hat kürzlich Profeffor Di\ Hellwig Anlaß genommen, seiner Verwunderung darüber Ausdruck zu geben, daß von den in Berlin bestehenden höheren Privat-Mädchenschulen die von Fräulein Möwls und Fräulein Hitzrgrath, prinzipiell jüdische Schülerinnen aueschließen, bei Fräulein Pwx und bei Fräulein Dörst-