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Im deutschen Reich · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. 346

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-06-01
Page
346 (sequence 2)
Language
German
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346 Zm deutschen Rerch. die er sich nicht dom Leibe halten konnte, wenn er sich nicht verlassen sehen wollte." Unter solchen Umständen konnte die deutsche Antisemitenpreffe in ihrer Geistesnot' von Wien keine Auf frischung ihrer Quellen mehr erbosten und setzte ihre ganze Hoffnung auf den „Vater des französischen Amisemittsmus", aus Eduard Drmuont, den Herausgeber des Pariser Blattes „Indra parow", das den geistigen Mittelpunkt der „nationalistischen" Bewegung Frankreichs bildet. Unverkennbar ist Herr Konrad Döring, der bei der Agitation des im Fahrwasser der antisemitischen Partei segelnden deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbündes eine Rolle gespielt hat, zu dem obengedachteu Zweck nach Paris entsandt worden, um mit t-en französischen Nationalsten persönlich Fühlung zu nehmen. Das im Grunde nicht sehr bedeutende Ergebnis seiner Mission, das er offenherzig in der „Staatsbürger-Zeitung" kundgegeben hat, ist einesteils bemerkenswert durch die Tatsache, laß die antisemitischen „Generalpächter der deutsch-nationalen Gesinnung" niemals Bedenken tragen, im Interesse ihrer Partei sich mit dem „Erbfeinde" Deutschlands anzufreunden, andernteils dadurch, daß der bedeutendste Antisemit Frankreichs dabei ebenso unverhohlen den gegenwärtigen Rückgang seiner Parteisache in seinem Lande wie seine Abneigung gegen die deutsche Reichspolitik Zugestanden, im übrigen aber seine deutschen Besucher aus eine ungew-sse Zukunft vertröstet hat. Drumont sagte dabei wörtlich: „Ich will nickt in Abrede st-.llen, daß ein gewisser Rückgang zu verzeichnen ist. Dm Grund hierfür liegt nicht etwr in einem Umschwung der Volksmcinung, sondern in dem unglaublichen Druck, der seitens der Behörden, insbesondere unseres jetzigen judendienerischen Ministeriums, ausgeübt wird. Die günstigste Gelegenheit, unsere Ideen mit einem Schlage zur Durchführung zu bringen, wurde leider verpaßt. Hätte zur Zeit der Dreyfus - Affäre irgend ein energischer General die Führung der Truppen und mit ihnen des ganzen französischen Volkes in die Hand genommen, wir hätten die gesamte Judenschaft zum Tempel hinausgejagt!" Die Jdeengemeinschaft Drumonts mit dem Grafen Pückler ist unverkennbar; er übertreibt den Einfluß der Juden, die in Frankreich dock nur einen ganz geringen Bruchteil der Bevölkerung bilden; er macht diese kleine Minderheit für alle sozialen und moralischen Schaden seines Vaterlandes vcrantworlich und erhofft eine Besserung nur von dem Klerikalismus und — dem Umsturz. Hüben wie drüben spekulieren die Antisemiten auf einen gewaltsamen Umschwung und die Herbei-

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