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Im deutschen Reich · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. 270

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Ihr sollt an meinem Wort nicht drehn noch deuteln
Date
1905-05-01
Page
270 (sequence 3)
Language
German
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270 Zm deutschen Reich. Lupe — wir brauchen keine gar feinen Gläser, denn die Fehlerhaftigkeit dieses Gespinnstes sieht rnan mit bloßem Auge. Der ewige Friede! Was bedeutet der? Doch wohl die Negation der professionellen Völkerschlächterei! Wehe dem Kriegsmann, der sich hier nicht einverstanden erklärt, der angesichts des massenmörderischen Kampfes in Ostasien dem kriegerischen Massenmord das Wort zu reden wagt. Aber den Frieden wünschen und den Frieden predigen, das heißt nicht aus die Kriegsbereitschaft verzichten. Wie eindringlich klingt es an unser Ohr, wenn neue und immer neue Militärforderungen vom Reichstag bewilligt werden sollen: 8i yis pacem, para bellum! Wenn du den Frieden willst, rüste den Krieg! Und nun das andere. Die Presse gleicht dem Soldaten auf Vorposten. Sie tut ihre Pflicht nicht, wenn sie in Forbach nicht ein künftiges Jena vorausfürchtet und im Paradedrill ein künftiges Auerstädt, ihre Pflicht, die darin besteht, frühzeitig und so laut, daß sie von allen gehört wird, ihre mahnende Stimme zu erheben. P* % Aber das dritte! Das eitle Streben nach den Offiziers-Epauletten. Höhnisch fragt der Herr Minister, ob diese jüdischen Streber das von ihnen angefeindete Offizierkorps durch ihren Eintritt etwa bessern wollen? Ach nein, Herr Minister, die Juden haben einen viel zu gesunden realpolitischen Sinn, als daß sie sich aus Unternehmungen einließen, zu denen sie nicht berufen sind. Aber ein anderes, Herr Minister. Nehmen Sie einmal Ihren Kleist zur Hand (ich setze voraus, daß der Dichter des Prinzen von Homburg und der Hermannsschlacht in Ihrer Handbibliothek nicht fehlen wird) und schlagen Sie den „Michael Kohlhaas" auf. Sehen Sie, diesen Kämpfer um's Recht, der Gut und Blut, der Ehre und Leben der Durchsetzung der Rechtsidee zum Opfer bringt, den haben die Juden sich als Urbild erkoren. Kriegerische Lorbeeren haben sie aus allen Schlachtfeldern gepflückt, auf denen Deutschlands Söhne in Reih und Glied standen: auf kriegerische Ehren können sie verzichten und tun es gern bis auf jene wenigen, die ihre Qualifikation durch die —- Taufe erwcisen. Nicht aber verzichten können und werden sie auf ihr Recht, auf ihr Staatsbürger- und auf ihr Menschenrecht. Sie werden dafür (intreten, immer und immer wieder, unbekümmert um Erfolg oder Mißerfolg. Und sie werden immer und immer wieder denen, die es verdienen, den Ehrennamen Jude zu tragen, zeigen, wie es mit Recht und Gerechtigkeit in Preußen bestellt ist. Der ganzen Welt werden sie es zeigen und es dem Urteil der Geschichte unterbreiten. Und werden nicht müde werden, auf die Unwahr Hastigkeit hinzuweisen, die es nicht wagt, sich zu den treibenden Beweggründen

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