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Im deutschen Reich · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. 198

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Bilder aus dem Reichstag
Date
1905-04-01
Page
198 (sequence 9)
Language
German
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198 Im deutschen Reich- Reichstags sitzung das von keiner andern Seite angezweifelte, historisch gewordene Wort Kaiser Friedrichs, welches die antisemitische Bewegung treffend als Schmach des Jahrhunderts kennzeichn eie, einfach für eine von jüdischer Seite verbreitete Legende erklärte. Aber werden Kampf mit den Antisemiten ausgenommen hat, weiß, wessen er sich von dieser Seite versehen kann, und so konnte der Abg. Eickhoff diese antisemitische Legende durch ein einwandsfreies Material schnell wieder aus der Welt schaffen, indem er folgende Ausführungen machte: „Für die Aeußerung des damaligen Kronprinzen, späteren Kaisers Friedrich, daß der Antistmitismus die „Schmach des Jahrhunderts" sei, kann ich folgende Belege Vorbringen. Es ist ein eigentümlicher Zufall, daß gerade gestern vor 12 Jahren genau dieselbe Debatte hier stattfand. Damals behauptete Herr v. Liebermann, die Aeußerung des Kaisers Friedrich sei gefälscht und dem hohen Herrn fälschlich in den Mund gelegt, und Herr Stöcker behauptete, das Wort sei vollständig apokryph. Die Person, zu der Kaiser Friedrich die Aeußerung tat, ruht seit vielen Jahren unter der Erde, aber es war ein Ehrenmann, denn ich kann Mitteilen, daß der hochselige Kaiser Friedrich am 70 Geburtstag dieses Mannes an ihn schrieb: „Es wird mir unvergeßlich sein, mit welcher Hingebung Sie unter meinen Augen seit Jahren sür unsere Invaliden und die Hinterbliebenen der Zahlreichen Opfer unserer Kriege witgewirkt, mit welcher Sorgfalt und Liebe Sie ihre Interessen wahrgenommen haben." So versündigt man sich von jener Seite an dem Andenken eines Mannes, der für die Invaliden so hochherzig eingetreten ist- Die Aeußerung des Kaisers Friedrich wird bewiesen durch ein Schreiben des Admirals v. S losch aus dem Rheingau, datiert Haus Stosch, 27. März 1893: „Von der Unterhaltrmg Seiner Kaiserl. Hoheit des damaligen Kronprinzen mit dem Geh. Kommerzienrat Magnus nach der Sitzung der Viktoria-National-Jnvalidenstiftung im Jahre 1880 bin ich nur Augenzeuge, nicht Ohrenzeuge gewesen; ich weiß, daß Herr Magnus unmittelbar nach dem Fortgehen Sr. Kaiser!. Hoheit dcesen Ausspruch des hohmHerrn, der die antisemitische Bewegung scharf verurteilte, seinen Genossen erzählt hat. Und ich erachte den verstorbenen Herrn Magnus für einen Mann, der ganz außer stände war, so im Handumdrehen Zu lügen und etwas anderes Zu berichten, als die unbedingte Wahrheit. Ich weiß, daß das geäußerte Urteil durchaus den Ansichten des Kaisers entsprach (Hört, hört!). Ich kann hinzufügm, daß nach den mehrfachen Unterredungen, die ich mit meinem Freunde, Kammerberrn v. Normann, gepflogen habe, die Aeußerung als von Sr. Kaiserlichen Hoheit gemacht, nie in. Zweifel stand." (Hört, hört!) Ein zweites Zeugnis: Am 8. April 1892 hat

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