Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Bilder aus dem Reichstag
- Date
- 1905-04-01
- Page
- 194 (sequence 5)
- Language
- German
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m Zm deutschen Reich. mandierenden General geschrieben und ihm gesagt, daß dies um möglich ein G-und sei, um einen jungen Mann, der im übrigen das Qualifikationsattest habe, abzulehnen. Der kommandierende General war sofort meiner Meinung, er hob die Wahl auf und ordnete eine Neuwahl an, sofern sich der betreffende junge Mann wieder zur Wahl stellen wollte. Er sagte zu. Meine Herren, dieses gesamte, aus so verschiedenen Klaffen zusammengesetzte Ofsizierkorps hat nun den jungen Mann einstimmig abgelehnt. (Bewegung). Wederderkommandierende General noch ich hatten nun ein Mittel, Remedur ein- Lreten Zu lassen. Ich möchte nun den Abg. Eickhoff auf ein mir wenigstens sehr wunderbares Verhältnis aufmerksam machen. Ich glaube, daß die Armee, das Offizierkorps und das Reserveosfizierkorps von niemand so wenig liebevoll behandelt wird als von Blättern, die unter jüdischer Leitung stehen (Zustimmung rechts) oder von jüdischem Gelde subventioniert werden. (Erneute Zustimmung rechts). Ick habe den Eindruck — und ich überlasse jedem das Uneil, ob dieser Eindruck richtig ist —, daß die Hetze gegen das Offizierkorps, ich erkenne das sehr gern an, nachgelassen hat. Aber tarsächlich wird immer noch gesagt, daß Luxus im Offizierkorps herrsche, daß dieses nicht mehr auf der früheren Höhe stehe, sich nicht mehr seinem Dienste widme. Auf der anderen Seite wird dem Reserveoffizier korps vorgeworfen, daß unter ihm der Beamtenstand 311 leiden habe usw. Dieselben Blätter, die diese Aeußerungen machen, find nun auch diejenigen, welche immerfort treiben und wünschen, daß jüdische Freiwillige Reserveosfiziere werden. (Sehr richtig! rechts.} Darin liegt ein Widerspruch. Wollen jene Leute etwa das von ihnen angeieindete Oifizierkorps bessernd Das wäre sehr edel, aber dazu sind sie wirklich zu wenig. Oder wollen fie kriegerische Lorbeeren? Aber diese selben Leute predigen doch immer den ewigen Frieden. Ach kann mir nicht erklären, wie dieser Widerspruch zu lösen ist. Mir macht diese Hetze, oder um mich nicht so stark auszudrücken, diese Auseinandersetzung zwischen den Antisemiten und den Herren von der Linken wenig Spaß. Die Juden sind der allgemeinen Wehrpflicht unterworfen, wie alle anderen, sie müssen dienen, und isb kann dies offen erklären, daß rch nicht gehört habe, daß sie schlecht dienen. Aber Sie werden doch zu^eben, daß nicht nur in den höher gestellten Kreisen, sondern auch bis tief in die Bevölkerung hinein ein Gegensatz zu den Juden besieht, daß der jüdische Kamerad nicht gefällt. Aber er muß ertragen werden. (Heiterkeit.) Ja! Ich sage nicht, von mir ertragen werden, sondern von denen, die dem nicht folgen; er muß ertragen werden auch von dem Herrn Böckler.