Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1905-03-01
- Page
- 178 (sequence 5)
- Language
- German
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173 Hin oeu»|a)f.ii Ncuq. sie es getan, könnten die Leiter des Central-Vereins ruhig der Beurteilung ihrer Berlinsmitglieder, ihrer Glaubensgenossen überlassen. (Lebhafter Beifall.) Auf eine Anfrage, die von einzelnen Stadtverwaltungen beschlossenen Schächtverbote betreffend, erteilte der Vorsitzende der Rechtsschutz-Commision, Herr Rechtsanwalt vr. Loevinfon den Bescheid, daß eine reichsgesetzliche Regelung der Angelegenheit möglich sei, diese aber zunächst im preußischen Landtage zur Erörterung gelangen werde. — Herr Moritz Jacoby-Cöpenick beklagte sich über die Zurücksetzung der Juden bei der Auswahl der Schöffen und Geschworenen. Darauf erwiderte der stellv. Vorsitzende der Rechtsschutz-Kommission, Herr Rechtsanwalt vr. Brodnitz, daß in vielen Fällen eine an den Vorsitzenden des mit der Auswahl der Geschworenen betrauten Ausschusses gerichtete schriftliche oder eine persönliche Vorstellung bei dem der Kommission angehörenden Bürgermeister zum Ziele geführt habe. Da der Ausschuß einen Selbstverwaltungskörper darstelle, sti eine Beschwerde unzulässig. — Herr vr, Hirsch Hildesheimer erklärte in der „Lenzmann-Sache" feine vollständige Uebereinstimmungen mit dem Standpunkte, den Herr Justizrat vr. Fuchs zum Ausdruck gebracht habe. Es sei widersinnig, daß Juden solche Männer, die öffentlich dem Antisemitismus entgegentreten, wegen einzelner Aeußerungen im Privatgespräche mit Gewalt zu Feinden stempeln. Wer unsere Rechte anerkennt und auf dem politischen Felde für sie eintritt, ist unser Freund; seine „Sentiments" für oder gegen die Juden im Privatleben können dabei nicht in Betracht kommen. Es sei erfreulich, daß Herr Justizrat Fuchs sich gegen die höchst bedenklichen Anforderungen, die ein jüdisches Blatt an nichljüdiscke politische Freunde stellt, gewandt und die Sachlage klargcstellt habe. (Beifall.) Nachdem der Redner noch auf den jetzigen Stand der Schächtfrage und den infolge des Toleranz - Antrages des Zentrums innerhalb der Tierschutzvereine von den Antisemiten vorbereiteten neuen Ansturm verwiesen hatte, widmete der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt vr. Horwitz, im Schlußwort den Mitgliedern des Eentral-Vereins den Ausdruck herzlichsten Dankes für das dem Vorstande bekundete Vertrauen und versicherte, daß das zustimmende Urteil der Vereinsmitglieder dem Vorstande das Wertvollste sei. Die Versammlung der Central-Vereins - Gruppe lsi. und <W., welche am 28. Februar d. I. im Saale der Brauerei „Pfefferberg" abgehalten wurde, war wiederum sehr zahlreich besucht. Der Vorsitzende der Gruppe, Herr Rabbiner-vr. R. Wohlberg, eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache, nach welcher