Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1905-03-01
- Page
- 176 (sequence 3)
- Language
- German
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Worten zum Ausdruck gebracht hatte. — Hierauf erstattete Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz unter lebhafter Zustimmung den JahresberichLder aus den ersten Seiten dieses Heftes nahezu im Wortlaut wtedergegeben ist. An diesen mit großem Beifak aufgenommenen Bericht schloß sich die Vornahme der Dorstandswahlen, bei der aus 'Antrag zweier VereinsmiLglieder, da kein Widerspruch erfolgte, die nach dem § 18 der Veremssatzungen ausscheidenden 10 Herren: StadtraL L. Kalisch, Dr. Jos. Lewy, Rechtsanwalt Dr. Lövinson, Sanitätsrat Dr. Wiesent§üI, Geheimrat Pros. Dr. Pinner, Geheimrat Dr. Blumenthal, S.Weile, Rechtsanwalt Dr.Frankenburger-München, Dr. Jon Lehmann, Justizrat Ofner-München, durch Zuruf wieder gewählt wurden. Rach Eröffnung der Diskussion ergriff der frühere Vorsteher der Chemnitzer Synagogen-Gemeinde, Herr Max Bergmann, das Wort, um den Vorstandsmitgliedern, die sich in den Dienst des Vereins gestellt und neben ihrem Berufe sich in aufopfender Weife für diesen so großer Mühewaltung unterziehen, den herzlichsten Dank auszudrücken. Durch Erheben von den Sitzen und lebhaften Beifall schloffen sich alle Anwesenden dieser Kundgebung an. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Justizrat Dr. Eugen Fuchs, nahm bei dieser Gelegenheit Veranlaffung, daraus hinzurveisen, daß der Vereinsleüung nickt allgemein solche Anerkennung gezollt werde und daß in einem hiesigen jüdischen Blatte die von ihm in der vorigen Verewsversammlung zum „Fall Lenzwann" abgegebenen Erklärungen in einer Weise besprochen worden seien, die dem Sachverhalt nicht entspräche und behuss Verhütung einer schädlichen Legendenbildung nicht unwiderlegt bleiben dürfe. Er habe berichtet, daß Lenzmann im Parlamente gesagt, er sei zwar kein Philosennt, aber nicht dumm, nicht ordinär und nicht ungerecht genug, um Antisemit zu fein; darob ergrimmt batten die Antisemiten Lenzmann zu verdächtigen gesucht und ihn eine schwankende Gestalt genannt, die zwar um den Beifall der Juden buhle, im Innern ihres Herzens aber antisemitisch sei; denn er habe einmal einem Juden, der ihn zum Skatspiel aufgefordert, gesagt, er spiele nur Gottes Segen bei Cohn, und ein anderes Mal zu einem Antisemiten: ein bischen Antisemit sei doch am Ende jeder. Er, der Redner, habe ferner berichtet, daß im Verein mit der Staatsbürger- Zeitung auch eine hiesige jüdische Zeitung Lenzmann unter Seitenhreben auf den Central-Verein angegriffen und höhnisch ausgerusen habe, sie würde sich nicht wundern, wenn die Leiter des Central- Vereins ihm ebenso wie Herrn Kopsch ihren Dank aussprechen würden. Im Anschluß an diesen Artikel, den er in der Versammlung teilweise verlesen, habe er nichts anderes erklärt, als daß so kräftige Worte der