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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 175

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
[Ohne Titel]
Date
1905-03-01
Page
175 (sequence 2)
Language
German
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14-V l * IV U W U-/11 Ity * t u. HO auch für die Abschaffung der Todesstrafe in Deutschland und für eine Seffere Armenpflege eingetreten war, stellte sich im Jahre 1336 in die Reihe der Männer, die wie Dohm, Gregoire u. a. m. die Gleichberechtigung der Juden als eine Forderung der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit erklärten. In seiner Schrift „Die Einsetzung der Bekenner des jüdischen Glaubens in die Rechte der Menschen, nach ihrer Berechtigung und Möglichkeit dargestellt", sowie in mehreren Nachträgen zu dieser lichtvollen Schrift hat Baron Goertz vor bereits 70 Jahren in zahlreichen Aussprüchen eine so unbefangene, vorurteilslose und gerechte Gesinnung bekundet, daß der Vortragende durch die von ihm gebotene Auslese aus diesen Schriften eines ausgezeichneten deutschen Edelmannes der Zuhörerschaft lebhaftes Interesse abgewann. Dabei erweckte er aber auch die Hoffnung, daß die Gegenwart, in der ein anderer deutscher Edelmann nahezu ungehindert in der deutschen Reichshauptstadt ein wüstes judenfeindliches Treiben entwickelte und zu den rohesten Ausschreitungen gegen friedliche Mitbürger aufreizte, in der sich aber auch ein Teil der akademischen Jugend in Anwesenheit hoher Gäste der Absage an die Juden rühmte, nur als eine vorübergehende Phase der deutschen Kulturgeschichte betrachtet werden könne. Der Redner verwies mit Recht darauf, daß Baron von Goertz, der mit rechtswissenschaftlichen Werken zuerst an die Oeffentlichkeit trat, nach den erwähnten Emanzipations- Schriften aber eine Reihe von trefflichen vaterländischen Schriften verfaßte, durch sein Rechtsgefühl zu einem Verteidiger der unterdrückten deutschen Juden wurde, daß er aber auch dazu sich als ein echter deutscher Patriot gedrungen fühlte, weil er es als eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes erachtete, allen Bürgern gleiche Rechte zu gewähren. Diese sind gewährt worden; daß sie uns aber erhalten bleiben und nicht umgangen, sondern auch zur Wahrheit werden, sei des Kampfes wert. Tausende deutscher Juden seien bereits deshalb um das zu diesem Zweck von dem Central - Vereine entrollte Banner der Selbstverteidigung im Lichte der Oeffentlichkeit geschaart, treu zu Kaiser und Reich stehend, aber auch unverbrüchlich treu dem angestammten väterlichen Glauben. Dies berechtige zu der Hoffnung, daß eine Zeit kommen werde, in der jede Zurücksetzung wegen des Glaubens oder der Abstammung schwinden, der deutsche Jude in Kinem Vaterlande mit seinen andersgläubigen Mitbürgern nicht nur gleiche Pflichten, sondern auch gleiche Rechte haben und dabei weiter den Namen des Herrn verherrlichen werde. — Lebhafter Beifall bewhnte den Redner und wiederholte sich, nachdem der Vorsitzende für den interessanten Vortrag den Dank der Versammlung in beredten

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