Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- Jahresbericht
- Date
- 1905-03-01
- Page
- 142 (sequence 18)
- Language
- German
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142 Im deutschen Reich. krummbeiniger schwarzer Jude gewesen ist, der mit einem kleinen Päckchen in den Ort gekommen ist, sich ausfällig an die Kinder herangemacht hat und dann mit einem ganz merkwürdig anssehmden Paket verschwunden ist! Wir wollen ja um Gotteswillen noch garnichts sagen, aber die Tatsache muß denn doch registriert werden. — Ja, man wird vielleicht die Achseln zucken, und wir, die Herren Residenzler mit ihren Damen, werden sich erhaben dünken über das kleine westpreußffche Nest Könitz. Wir, die wir es miterlebt und durchgekämpst haben, wisien aber, daß in Könitz die Sache garnicht anders angefangen hat. Zunächst ist es natürlich ein ganz kleines Samenkorn, das vorsichtig ausgestreut wird. Sieht man, daß es Wurzel faßt, dann wird ein zweites ausgestreut, und sieht man, daß das sich entfaltet und keimt, dann wird nachher eine Drachensaat daraus, wie das in Könitz gewesen ist, und deshalb ist es unbedingt notwendig, daß überall und energisch eingegriffen wird. Viel, sehr viel haben wir zu tun, und. sebr viel Geld werden wir gebrauchen, denn Sie wisien ja, daß ein größerer Heerführer als ich gesagt hat, was vor allem zum Kriegführen gehört: Geld, Geld und wieder Geld, und Sie sehen es ja an Rußland; es hat von allen Seiten, sobald es nur rief, und gewiß von vielen unserer Glaubensgenossen Geld bekommen. (Bewegung und Rufe: Pfui!) M. H., ich null niemand beschuldigen; ich habe aber keinen Zweifel daran, daß nicht wenige Glaubensgenossen auf die russische Anleihe gezeichnet haben, und ganz aus dem hohlen Faß spreche ich nicht. Aus Bankierkreisen ist mir mitgetetlt worden, daß es so gewesen ist. Sie sehen, daß selbst Geld, wie es auch Rußland bekommt, wenn es ruft, zum Kriegführen nicht einmal ausreicht, daß doch noch etwas anderes dazu zu gehören scheint. Aber das ist sicher: Geld ist vor allen Dingen nötig, und deshalb überschätzen Sie nicht unseren Fonds. Sorgen Sie dafür, daß er zunimmt, daß er zunimmt dadurchdaß neue Mitglieder beitreten und daß bisherige Mitglieoer ihren Beitrag erhöhen, soweit es ihnen möglich ist, und vielen, sehr vielen wird es möglich sein. Viele, die für sehr viel anderes und vielleicht viel weniger Notwendiges Gelder übrig haben, können dies bewerkstelligen, indem sie ihre Beiträge für unseren Verein etwas erhöhen und indem sie noch von einer weiteren Jr.stltulion Gebrauch machen, die in unserem Verein besteht, nämlich von dem Erwerb der lebenslänglichen Mitgliedschaft durch Stiftung eines etwas größeren Kapitals, und daß sie ferner, wie ja mehrere Beispiele schon vorangegangen sind, die Namen ihrer verstorbenen Angehörigen, die dem Verein angehört hatten, dadurch unter uns lebendig erhalten, daß sie die Namen in die Tafel der