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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 131

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Jahresbericht
Date
1905-03-01
Page
131 (sequence 7)
Language
German
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IahreLberrcht. 181 der eine wirkliche staatliche, künftig einmal kommende Organisation vorbereiten soll, der mangels einer wirklich staatlich anerkannten Organisation einstweilen eine private, aber von den Juden selbst wenigstens anerkannte schaffen soll. Es ist in Wirklichkeit eine Gesamt- Vertretung aller deutschen Juden, denn alle deutschen Gemeinden entsenden Vertreter zu diesem Verbände, zu den Hauptversammlungen des Veibandes, die wiederum den Ausschuß des Verbandes wählen. Alle Gemeinden — insoweit sie gar zu klein sind, werden sie zu Verbänden von zusammen 1000 Seelen vereinigt — wählen einen Delegierten, sodaß wir hier in der Tat von dem Verband der Deutschen Juden sagen können: er ist, ohne daß daran gemäkelt werden kann, ein Gesamtverband aller deutschen Juden. Wir haben gefunden, daß sich diese wirkliche G-sanckvertretung in dem CenLral-Verein allein in absehbarer Zeit nicht schaffen läßt. Das Wachstum eines Vereins ist naturgemäß ein, wenn auch selbst stetiges und unentwegtes, doch immerhin mehr oder weniger langsames, und deshalb habtn wir, die wir bei der Gründung dieses Verbandes beteiligt waren, nicht gezögert, für die Begründung desselben einzutreten, und er ist ja in engster Fühlung mit uns, denn es ist in seinen Satzungen ausdrücklich als eine der Aufgaben des Vereins ausgesprochen: der Verband unterhält die Beziehungen zu den bestehenden jüdischen Organisationen, insbesondere zu dem CenLral-Verein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der also auf diese Art auch als diejenige Vertretung anerkannt ist, die bisher am meisten als eine solche aller deutschen Juden zu betrachten ist. Der Verband wird nun, wo er tätig ist, uns ja etwas entlasten. Leider wird noch genug Arbeit für uns übrig bleiben. Dafür sorgen natürlich unsere Feinde. Reichliche Beschäftigung hat durch sie zunächst, wie immer, unsere Rechtsschutzkommifsion erfahren. Ich kann Ihnen hier nicht und will Ihnen hier nickt Wiederholungen bringen über die zahlreichen, überaus zahlreichen Fälle, in denen die Rechtsschutzkommiffion einschreiten mutzte, teils auf dem Gebiete der Tätigkeit bei Gerichten, einer Tätigkeit, die Gott sei Dank immer geringer werden kann, teils aber auch in der umfangreichen Tätiakeit bei Verwaltungsbehörden, und hier wird das Feld, auf dem zu arbeiten ist, leider wiederum umgekehrt immer größer. Unsere Rechtsschutzkommission war es auch, die die Eingabe ausgearbeitet hat, welche wir an die gesamten Handelskammern Deutschlands gerichtet haben. Wir können es zweifellos als ein Verdienst des Cmtral-Vereins in Anspruch nehmen, wenn in dem russischen Handelsverträge, der binnen kürzester Zeck Gesetz sein wird,

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