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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 130

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Jahresbericht
Date
1905-03-01
Page
130 (sequence 6)
Language
German
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180 Im hemmen Reich. Hoffentlich werden die Kaufleute von Berlin ihre Pflicht an dieser Stelle tun. Eine gewisse Entlastung in unseren Arbeiten haben wir dadurch erfahren, daß der Bert and der Deutschen Juden begründet worden ist, wie den weiften von Ihnen ja bekannt sein wird. Es haben sich irn April v. I. Delegierte aus ganz Deutschland zusammengefunden und haben den Verband ins Leben gerufen, der diejenige Organisation schaffen soll, die seitens der Behörden den Juden gcfllffemlich voremhalten wird. In Preußen gilt bekanntlich das Judengesetz von 1847, durch welches man es verstanden hat, jede wirkliche £>rgGm:aU£n der Juden total Zu verhindern. Die Juden sind in Preußen organisiert in 2009 Einzel - Gemeinden, von denen die eine nicht weiß, was die andere tut, von denen keine das Recht hat, mit der anderen irgendwie gemeinsame Sache zu machen; denn diejenigen Aufgaben, die den einzelnen Gemeinden nach jenem Gesetz gestellt sind, beschränken sich ausschließlich auf ihre Gemeinde, und es erifttert absolut kein Zusammenhang. Es ist das ja ein Gegensatz zu anderen, namentlich vor allen Dingen den süddeutschen Staaten, denn Sie wissen, daß — in Bayern allerdings nicht — aber in Württemberg die sogenannte israelitische Oberkirchenbehörde ex-stiert, in Baden das badische Konsistorium für Israeliten, in Elsaß Lothringen ist nocy aus der französischen Zeit das Konsistorium übernommen worden. Bei uns gibt es aber nichts dergleichen. Ein gewisser Ansatz dazu ist in Hannover vorhanden, aber auch nur sehr entfernt und nicht zu vergleichen mit dieser straffen Organisation — auch ans der althannoverschen Zeit übernommen und um Gottes willen nicht erst von Preußen eingeführt. Aehnlich ist es von alters her, übernommen aus dem früheren Kurhessen, in der Provinz Hessen-Kassel: aber, wie gesagt, auch dort ist der Zusammenhalt ein recht loser. Sonst gibt es keine Organisation der Juden und will man sie auch ganz offensichtlich nicht haben, und ob die jetzige Z-it und die Parlamente, die wir haben, gerade die geeigneten wären, damit wir uns ein neues Jndengesetz jetzt wünschen sollten, das will ich hier nicht erörtern. Die Juden haben aber — darüber kann kein Zweifel sein — gewiß zahlreiche Fragen, die sie gemeinsam berühren, die sie, unbeschadet ihrer Interessen als Staatsbürger, auch speziell noch als Juden interessieren, Fragen, die sie nur angehen, weil sie nicht nur Deutsche, sondern weil sie auch Juden sind, und das kann niemals besser zutage treten als jetzt, wo man uns ja gerade, weil wir Juden sind, und. nur als Juden die einfachsten staatsbürgerlichen Rechte nehmen will. Es ist also ein Organisation geschaffen worden, der Verband der Deutschen Juden,

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