Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- Jahresbericht
- Date
- 1905-03-01
- Page
- 129 (sequence 5)
- Language
- German
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Jahresbericht. 129 Spitzeldienste gegen ihre Prinzipale geleistet haben, sodaß die Prinzipale außerordentlich gut daran tun würden, diesen Verband recht genau ins Auge zu fassen und ihre Angestellten daraufhin Zu prüfen, ob sie einem Verbände angehören, dessen Endzweck schließlich nichts mehr und nichts weniger ist, als die Existenz der jüdischen Prinzipale zu untergraben. (Hört, hört!) Daß nach Lage der Sache in der Jetztzeit man nicht öffentlich proklamiert, es solle etwa keiner eine Stellung bei Juden annehmen, ist ja sehr begreiflich; da die Mitglieder dieses Verbandes zum großen Teil stellungslos sein würden, wenn sie nicht bei Juden Stellung fänden, so steckt man natürlich das antisemitische Banner sein zusammenaerollt einstweilen noch ms Futteral. Indessen ist das Endziel direkt, die Juden aus Deutschland zu vertreiben, das Geschäft den jüdischen Prinzipalen abzunehmen und dafür zu sorgen, daß schließlich nur christliche Prinzipale in Deutschland ex stieren. Nun, wem es gefällt, Mitglieder eines solchen Verbandes zu sich zu nehmen und in seinem Geschäft zu nähren, der mag es tun. Ich bin aber der Meinung, und wir alle sind es, daß diesem Verbände unbedingt entgegengetreLeN werden muß, und wir haben nun anläßlich der jetzt neu begründeten Kaufmannsgerichte Veranlassung genommen, die Prinzipale einigermaßen aus diesen Verband aufmerksam zu machen, denn an gar vielen Orten ist es bei den Wahlen zu den Kauimannsgenchten vorgekommen, daß jüdische Prinzipale und jüdische Angestellte in voller Unkenntnis der Situation Kandidaten, die von diesem Verein aufgestellt waren, gewählt haben, — weil sie garnicht wußten, daß das Kandidaten sind, zu deren Vorurteilslosigkeit als Richter — denn als solche fungieren sie dann in den Kaufmannsgerichten — sie nicht das Mindeste Vertrauen haben dürfen. Jemand, der den Juden alle Rechte nehmen will, kann, wenn ein jüdischer Prinzipal einem christlichen Angestellten gegenüöersteht oder umgekehrt, unmöglich vorurteilslos richten, wie es ein Richter tun muß, und deshalb liegt aller Anlaß vor, auch in Orten, in denen die KaufmannsgericyLswahlen noch nicht vollzogen sind, die Augen offen und die Ohren steif zu halten und daraus Zu achten, daß man dem heimlichen Eindringen dieses außerordentlich geschickt operierenden und agitierenden Verbandes entgegentmt. Wir haben ein Flugblatt dieser Art in kaufmännischen Kreisen verbrertet und haben von verschiedenen Seiten schon lebhafte Anerkennung dafür gefunden. Wir haben gehört, daß man garnicht wußte, wie die Dinge stehen und daß man nunmehr Wahlen im Sinne dieses Verbandes noch rechtzeitig gehindert habe. In unserer Stadt stehen die Wahlen ja auch noch aus»