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Im deutschen Reich · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. 99

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Berlin
Date
1905-02-01
Page
99 (sequence 5)
Language
German
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Korrespondenzen. 99 durch schwere Schicksalsfchläge hervorgerufenen Zustand einer nervösen Depression sich zu jener Handlung habe verleiten lassen, und verurteilte ihn wegen Unterschlagung in ideeller Konkurrenz mit Untreue zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten unter Belassung der Ehrenrechte. Das „Kleine Journal" berichtet: „Vor einigen Tagen meldete der Telegraph, daß es den Russen doch einmal gelungen sei, den Japanern einen größeren Transport darunter viel Munition, sortzunehmen. Wie uns jetzt aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, ist diese erfolgreiche Operation einem jüdischen Soldaten zu derdanken. Der Soldat Hornstein geriet während eines Ueberfalles der Japaner in Gefangenschaft. Der Ort, wohin die gefangenen Russen gebracht wurden, war in strategischer Beziehung äußerst wichtig; außerdem hatten die Japaner dort große Vorräte an Proviant und Munition aufgestapelt. Hornstein zeichnete heimlich die Lage der Ortschaft sowie sämtliche Posilionen der Japaner auf, und am elften Tage der Gefangenschaft gelang es ihm, nachts davonzulaufen. Die Japaner verfolgten den Flüchtling zwar und schossen sogar aus ihn, doch resultatlos. Hornstnn erreichte das russische Lager und bat, man möge ihn sofort dem Oöerkommandierenden vorführen. General Kuropatkin hörte den Soldaten und sah sich die vorgelegte Zeichnung an und befahl dem 10. sibirischen Korps sofort einen Ueberfall vorzunehmen, dessen Resultat die Vernichtung und Erbeutung großer Proviant- und Munitionsvorräte war. Für diese seine Tat wurde Hornstein von Kuropatkin zum Fähnrich ernannt und mit einem Orden dekoriert. Diese Auszeichnung hat insofern die allgemeine Aufmerksamkeit erregt, als Hornstein ein Jude ist und Kuropatkin als besonders heftiger Judenhaffer verschrien wurde." Herr Bernhard Stern, Halleschestr, 6, ein eifriges Mitglied unsers Vereins und seine Ehefrau geb. Herzfeld feierten am 5. Februar d. I. in seltener Rüstigkeit und GeisteZfrische unter Teilnahme weiter Kreise die Feier der goldenen Hochzeit. Ueber den Konflikt Zwischen den beiden städtischen Körperschaften in Berlin-Schöneberg berichtet die „Staatsbürger-Ztg.": -Der Magistrat hat betreffs der von ihm aufrecht erhaltenen Kündigung des Schularztes Dr. Goldfeld der Stadtverordneten-Ver- Kmmlung ein Schreiben zugehen lassen, in dem er ihr die für den Magistrat maßgebenden Tatsachen unterbreitet. Hiernach hat Or. Goldfeld als Schularzt sechs Monate hindurch statistische Erhebungen in den beiden ihm zugewiewnen Gemeindeschulen veranstaltet, ohne Wissen der Rektoren und der Schuldeputation-. Zum Schluffe

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