Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Berlin
- Date
- 1905-02-01
- Page
- 100 (sequence 6)
- Language
- German
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100 Im deutschen Reich. halt es der Magistrat für notig, zu bemerken: „Gegen die Unterstellung, als habe sich der Magistrat bei seinen Beschlüssen irgendwie durch antisemitische Rücksichten leiten lassen, wird mit aller Entschiedenheit Verwahrung eingelegt. Nach Mitteilung von Stadtverordneten ist mit solchen Behauptungen gegen den Magistrat agitiert worden, und auch Dr. Goldfeld selbst steht den Grund zu dem Vorgehen des Magistrats in dem Antisemitismus. Diese Behauptungen sind völlig unbegründet und finden weder in dem Verhalten des Magistrats in der vorliegenden Sache, noch in irgend welchen früheren Beschlüssen oder Maßnahmen auch nur den geringsten Halt. Wir müssen derartige Verdächtigungen, die nur dazu dienen können, das Ansehen der städtischen Körperschaften zu untergraben, die Verwaltung zu schädigen und Zwietracht in die Bürgerschaft zu tragen, als durchaus grundlos zurückweisen." Zu diesen Schlußsätzen möchten wir (die Redaktion der „Staatsbürger-Ztg.") bemerken, daß es dem Schöneberger Magistrat nicht bekannt zu sein scheint, daß die bedeutendsten Männer aller Zeiten mit verschwindenden Ausnahmen nicht geglaubt haben, durch Bekundung antisemitischer Gesinnung ihr Ansehen zu untergraben. In Jerusalem würden wir eine derartige Entschuldigung vor dem Judentum für angebracht halten, nicht aber in der deutschen Stadt Schöneberg. Uebrigens muß es verwunderlich erscheinen, daß der Schönebergsr Magistrat Herrn Dr. Goldfeld, über den er selbst ein so scharfes Urteil fällt, trotzalledem eine gleichwertige Armenarztstelle angeboten hat." — Im Gegensätze zu der „Staatsbürger-Zeitung" halten wir die entschiedene Verwahrung des Schöneberger Magistrats gegen antisemitische Anwandlungen, welche das Ansehen städtischer Körperschaften untergraben, für das Wertvollste in dem Schreiben. Daß keineswegs alle, sondern nur einige bedeutende Männer in früherer Zeit religiöse oder Rassen- VorurLeile gehegt haben, weiß die „Staatsbürger-Zeitung" ebensogut, wie daß mancher bedeutende Mann auch nebenher in fast lächerlicher Weise abergläubisch ist. Eine neuzeitliche Stadtverwaltung darf weder vorurteilsvoll noch abergläubisch sein. ± Halberstadt, 2. Februar. Da für die Abwehr der Angriffe aus die rituelle Schlachtmethode Verbesserungen der Vorbereitung zum Schächten von wesentlicher Bedeutung sind, dürfte die Tatsache interessieren, daß das Ergebnis der hier in Gegenwart des Erfinders vor einigen Tagen mit dem Lege- und Fessel-Apparat von S. Goldberg in Herford angestellten Versuche ein glänzendes war. Innerhalb .zwei bis drei Minuten, nachdem ein Tier das Schlachthaus betreten