Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1905-02-01
- Page
- 86 (sequence 6)
- Language
- German
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86 Zm deutschen Reich. zuschreiben zu können. Nicht Unduldsamkeit treibt uns an; nur mit vornehmer Waffe soll gekämpft werden. Das Judentum, wie es als Ganzes seine Wege geht, nicht der Einzelne ist unser Gegner. Wir müssen aber, wollen wir uns selbst treu bleiben, allem entgegentreten, was unser Volk hindern kann, sich aus sich selbst zu besinnen, sei es an den Grenzen, sei es im Innern des Reiches." Die ,,Akademischen Blätter" verstehen sich auch zu der nachstehenden,,Abwiegelung": „Hier müffen wir die Bemerkung einschalten, daß die „Staatsbürger-Zeitung" durch ihre Berichterstattunjg eine gewisse Mitschuld an den Aeußerungen der „Fr. D. Pr." trägt. Sie hatte erklärt: „Der Kronprinz reichte Herrn von Liebermann, seine Zustimmung ausdrückend, die Hand", ohne hinzuzufügen, daß Herr von Liebermann selbstverständlich mit keiner Silbe vom Antisemitismus gesprochen hatte. Und sie hatte außerdem noch einer ebenso unbefugten wie taktlosen Bemerkung einer Korrespondenz Aufnahme gewährt, in der gesagt wurde: „Wir müssen den Schmerz (der freisinnigen Blätter) noch vergrößern, indem wir bekannt geben, daß der Kronprinz die Tendenzen des Vereins kennt und den Reden, die auf dem Kommerse gehalten wurden, offen seinen Beifall spendete." Wir bedauern auch an dieser Stelle lebhaft, daß die „Staatsbürger-Zeitung" der „Fr. D. Pr." damit immerhin einen Anlaß zu der Behauptung gegeben hat, „man" wolle den Kronprinzen „für eine bestimmte politische Richtung gewinnen". Um aber den: freisinnigen Blatt auch den dürftigsten Schein des Rechtes zu dieser Behauptung zu nehmen, erklären wir, daß die Berichterstattung der „Staatsbürger-Zeitung" von dem „Verein deutscher Studenten" in Berlin, daß sie insbesondere von allen Mitgliedern und Alten Herren des Vereins, die sich für den Verlaus des Festes verantwortlich fühlen, aus das schärfste gemißbilligt und abgelehnt wird. Wir können auch hinzufügen, daß die engeren Freunde des Herrn von Liebermann dieses Bedauern durchaus teilen." — Die „Staatsbürger Zeitung" hat aber bereits am 26. Januar dem Vereine, dessen Organ (die „Akademischen Blätter) fast in jeder Nummer die Juden angreift und bei dessen Kommers offen gesagt wurde: „dem Judentum unter uns muß der Absagebrief gegeben werden," nur eine „nationale" Tendenz zugesprochen. Sie schrieb: „Man bezeichnet ihn als einen antisemitischen Verein, um damit den Anschein zu erwecken, als ob er seine Aufgabe in der Pflege der Feindseligkeit gegen eine bestimmte Bevölkerungsklasse erblicke. In Wahrheit will der Verein lediglich der Aufgabe unserer Hochschulen dienen und die akademische Jugend in vaterländischem Geiste erziehen. Das ist nicht die Feindschaft gegen