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Im deutschen Reich · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. 85

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-02-01
Page
85 (sequence 5)
Language
German
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Umschau. 85 klugheit empfiehlt. Wir bezweifeln also, daß der Kronprinz dermaleinst geneigt fein wird, an unseren jüdischen Mitbürgern zum Diokletian zu werden. Trotzdem legt der an sich unwichtige Vorfall einige Betrachtungen nahe. — Es ist wünschenswert, daß sich der Erbe eines Thrones nicht voreilig festlegt oder festlegen läßt. Es ist ratsam, daß er es vermeidet, ganze Bevölkerungsschichten gegen sich zu verstimmen. Für ihn ist eine „vollkommen legale Neutralität" dringend geboten. Der Kronprinz wird gut tun, Sympathien zu sammeln; ganz sicher wird er sie als Kaiser brauchen können." Man wird abzuwarten haben, ob die kaiserlichen Prinzen an ähnlichen Veranstaltungen politischer Natur auch in Zukunft noch teilnehmen werden. Fast scheint es, als ob der „Verein deutscher Studenten", sowie die Politiker vom Schlage der Bruhn und Reventlow selbst daran nicht recht glauben. Das Organ des Vereins („Akademische Blätter") bringt-in einer Nummer vom 1. Februar den Wortlaut der Rede des cand. theol. Lorentzen, wonach die „Absage" wie folgt gelautet haben soll: „Allem, was zwischen den deutschen Bergen bis an die deutsche» Küsten wohnt, gilt unser Hoffen. Gilt es denn wirklich allem? — Dem Judentum, das unter uns wohnt, haben wir den Absagebrief gegeben. Es ist vom Kyffhäuserverband vor anderen dieser Gegensatz als notwendige Folge des nationalen Bewußtseins in die deutsche Studentenschaft getragen worden. Die Juden sind ein Rassesplitter, der sich weigert, ob es der einzelne nun will oder nicht, in unserem Volkstum aufzugehen, der vielmehr in seiner großen Mehrheit auf internationale Ideen fein Wirken einstellt. Ein Volk, das diesem Geist sich fügen wollte, würde verschwommen und nicht stark. Wohl nehmen die Juden unsere äußere Zivilisation an und stellen ihren Mann aus dem Gebiet des reinen Handels, hier mag ihr Platz denn sein. Auch im Bereich der sogenannten reinen Wissenschaft, die über die Grenzen des Volkstums greift, hat unsere Forschung jüdischem Scharfsinn manchen Ertrag zu danken. Aber dort, wo eines Volkes eigenste Kraft pulsiert, in der Kultur, die herauswächst aus seinem Wesen, die es nur durch Blutmischung übertragen kann, da sehen sich der Deutsche und der Jude mit fremden Augen an. Darum muß es gelten, wo das Herz des deutschen Volkes schlägt, -und wo sein Geist sich Formen schafft, da darf kein Deutscher einem Juden weichen. Unser Heim, Erziehung, Kunst, Verwaltung und Gesetz soll nur in deutschen Händen ruhen. Wir nehmen den Kampf aus an den Universitäten und freuen uns, in diesem Jahre wieder in den Lesehallenwahlen mit der nationalen Studentenschaft uns den Sieg

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