Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Graf Pückler, z. Z. der einzige Vertreter des wahren Deutschtums
- Date
- 1905-01-01
- Page
- 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 Im deutschen Reich. tüchtige Antisemiten zu werden; daß die Maurer gleich mit Mauersteinen schmeißen sollten, habe ich natürlich nicht gemeint. — Präs.: Wie denken Sie denn nun, daß die Judenfrage gelöst werden foUV Angekl.: Das steht bei Gott! Ich will Llos eine mächtige Bewegung anfachen und die Juden dadurch ausräuchern, daß niemand mehr bei Juden kauft. Ich halte es auch für kein Unglück, wenn mal ein Jude Keile kriegt und ein bißchen Blut fließt. Mein Blut ist ja auch schon geflossen! Was Lut das? — Präs.: Im Staate soll aber Ruhe und Ordnung sein. Solche Aufreizungen können in einem geordneten Staatswesen nicht geduldet werden. — Angekl.: Dann können wir Christen in ein paar Jahren unsere Sachen packen; dann herrschen die Juden; dann werden wir vollständig verarmt fein. — In einer anderen Rede heißt es: „Die Asiaten müssen verdroschen werden. Ergreift die Büchse, schießt sie Lot, die dicke Kuh! Da liegt das verfluchte Aas, die Sarahleben, streckt die Beine in tue Höhe und wird nun nicht mehr herumwatscheln. Wenn sie daliegt, das Aas, darm gebt ihr noch eins auf den Kopf, daß der Schädel kracht!'' „Noch heute muß der erste Jude auf der Strecke bleiben! Schmeißt die Fenster ein! Es müssen täglich 300 Judenfenster demoliert werden, dann wird die Bande wohl von selbst sich drücken." — In einer anderen Rede wird ausgeführt, daß die Juden vogelfrei seien und jeder „die Hunde totschlagen oder totschießen dürfe." Die „lieben, süßen Einbrecher'' wüßten sich vereinigen, um bei Juden einzubrechen, die „lieben Sozialdemokraten", denen er die rote Fahne vorantragen wolle, sollten sich ihm anschließen und ein tolles Massaker unter den Berliner Juden veranstalten. Dann werden die „Judenverfolgungen"' in Rußland besprochen und die russischen Polizisten, bk „ruhig zugesehen, als die Juden ihre Bimse kriegten," als „ganz famose Kerle" gepriesen. Judenblut müsse fließen, selbst wenn man ein paar Wochen brummen müßte! Nach der Verlesung erklärt der vom Staatsanwalt geladene GerichtsarzL Br. Hosfmann, er habe vorher nicht Gelegenheit gehabt, den Angeklagten zu beobachten. Die Zeit seiner Beobachtung sei viel zu kurz, uw ein endgiltiges Gutachten über geistige Gesundheit oder Krankheit des Angeklagten abzugeben. Manche Aeußerungen des Angeklagten deuten auf das Vorhandensein von Wahn-, Vergiftungs- und Neberschätzungsideen hin. Bedenklich müsse es machen, wenn der Angeklagte sagt, er sei der einzige Vertreter des Deutschtums, er handle aus göttlichen Befehl, Christus trage ihn hindurch, dies sehe wie Ueberschähungsideen aus. Um daraus auf Geisteskrankheit zu schließen, würde eine längere Beobachtung nötig