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Im deutschen Reich · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. 4

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Graf Pückler, z. Z. der einzige Vertreter des wahren Deutschtums
Date
1905-01-01
Page
4 (sequence 4)
Language
German
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. oeui]cgen Nerry. gefährlich. Wenn Sie wüßten, mit welchem Schmutz und welcher Roheit, mit welchen Gemeinheiten in der Presse ich zu kämpfen Habel —- Präs.: Na, wenn Sie mit Schmutz werfen, können Sie sich am Ende nicht wundern, wenn auch nach Ihnen geworfen wird. — Rechtsanw. Ulrich: Es ist bekannt, daß auch die maßvollsten Angriffe gegen das Judentum mit unerhörten Unanständigkeiten beantwortet werden. Staatsanw.: Will denn der Angeklagte daraus hinaus, daß er seine Reden gar nicht ernst gemeint hat und daß seine Kraftstellen nur Scherze waren? — Angekl.r Wenn ich sage, man soll die Juden mit dem Stock hauen, so ist dies mein Ernst. Ich gebe Zu, daß ich glaube, die Judenfrage kann nur durch eine gewiffe Gewalt gelöst werden. Es ist mir mit meiner Agitation bitte st er Ernst. — Der zweite Angeklagte, Hermann Mitjching gibt zu, die meisten Versammlungen geleitet, die Flugblätter im Aufträge des Grafen Pückier und auf dessen Kosten gedruckt zu haben. Da die Versammlungen polizeilich nicht aufgelöst wurden, habe er geglaubt, die Reden verbreiten zu dürfen. Es folgt die Verlesung der Reden, dabei des folgenden Paffus: „Schmeißt sie hinaus, die frechen Judenlümmels, gebt ihnen echte deutsche Fußtritte, daß ihnen die Schwarte knackt! — Ein ganz verfluchtes, lausiges Gesindel sind sie, unsere Feinde, wir müssen sie vernichten, zertreten, zerschmettern und Zerschmeißen," Vors.: Graf Pückier, Sie werden doch ohne Weiteres zugeben müssen, daß die Aeuß.rungen eine Aufreizung der schlimmsten Sorte darstellen. — Graf Pückier: Ja, ich glaubte indessen, weil wegen der früheren Reden, die viel schlimmer waren, keine Anklage erhoben war, härte man die Wichtigkeit meiner Miision und meine gute Absicht erkannt. — Vors.: Das ist ja dann gerade so, als ob man auf der Straße jemand eine Ohrfeige gibt und, da er sich dies ruhig gefallen läßt, ihm noch ein paar zugibt. — Graf Pückler: Die heutigen Antisemiten verlangen eine kräftige deutsche Ausdrucksweise. — Vors.: Das ist ja dann das reine Demagogentum- Wenn Sie zu Aufregungen greifen, weil die Antisemiten angeblich eine derartige Kampfesweise wollen, so müssen Sie auch die strafrechtliche Verantwortung tragen. — Graf Pückler: Die Behörden sanktionieren aber überall meine Ideen; ich bin sitzt in ganz Deutschland bekannt, die deutsche Nation verlangt etwas von mir. Ich bin zur Zeit der einzige Vertreter des wahren Deutschtums.— Vors.: Rechnen Sie denn n cht mit folgender Möglichkeit: In Berlin Wird der reiche Jude vielleicht nicht „verhauen" und „rausgeschmiffm"

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