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Im deutschen Reich · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. 3

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Graf Pückler, z. Z. der einzige Vertreter des wahren Deutschtums
Date
1905-01-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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Graf Pückler, Z. Z, der einzige Vertreter des wahren DeutMums. 3 sich der antisemitischen Agitation gewidmet, seine erste antisemitische Rede in Klein-Tschirne gehalten, in Berlin durch antisemitische Reden vom Jahre 1899 bis jetzt gewirkt. Nach wiederholten Freisprechungen habe er annehmen müssen, daß er so reden dürfe. Seit zwei Jahren sei er überhaupt nicht mehr augeklagr worden, obgleich er eine Menge Reden gehalten habe. Im Wesentlichen handle es sich bei den inkriminierten Redewendungen um „Volksversammlungsscherze". Weiter erklärt der Angeklagte auf Befragen des Vorsitzenden: „Im Laufe der Agitation habe ich mehr als einmal mich davon überzeugt, daß mein Kampf eine von Gott gewollte Sache' ist, sonst würde es mir nicht möglich sein, so lange im Kampfe auszuhalten, viel länger als seinerzeit Stöcker und Ablwardt. Ich habe mich davon überzeugt: Gott will den jüdischen Einfluß brechen. Ich habe mehrere Male in Todesgefahr geschwebt und bin in wunderbarer Weise durch Gott gerettet worden. Ich erinnere nur an den Giftmordversuch in der Schweiz. Ich bin schon auf der Fahrt nach der Schweiz durch eine göttliche Warnung zur Vorsicht ermahnt worden. — Vors.: In welcher Weise denn? — Angek!.: Das erfährt man durch Gebet. Ich bete unaufhörlich bei allen Schritten, die ich tue In der Schweiz hat man mir in einem Gasthof eine Suppe gereicht, in welcher Gift war, auch in dem Kaffee war Gift. Die Suppe schmeckte schlecht, ich schlug sie, nachdem ich einen Löffel genossen, weg und sagte: Das verfluchte Dreckzeug'. Zwei Juden saßen dabei, kriegten einen Schreck und liefen sofort davon. — Vors.: Und Sie glauben, daß diese beiden mit der Vergiftung in Verbindung standen? — Angekl.: Ganz gewiß! Ich bekam nach dem Genüsse des Löffels Suppe und des Kaffees Erbrechen und Herzbeschwerden. Wenn ich mehr gegessen hätte, wäre ich sicher tot gewesen. — Vors.: Sie glauben wirklich, daß eine große Verschwörung existiert, Sie zu vergiften? — Angekl.: Ohne allen Zweifel. — Vors.: Leiden Sie vielleicht an Verfolgungswahn? — Angekl.: Nicht die Spur! Sonst hätte ich mich nicht in eine so gefährliche Sache hinein begeben. — Präs.: Wieso gefährlich? — Angeklagter: Ich sitze das 18. Mal auf der Anklagebank, ich riskiere allemal meine ganze soziale Stellung: ich kann ins Gefängnis oder ins Irrenhaus gesperrt werden. Meine Verwandten, die mir meinem Vorgehen nicht einverstanden sind, haben mich schon einmal veranlaßt, mich in der Charit6 auf meinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Ich bin aber durchaus normal. Ich habe meiner Mission schon beinahe ein Vermögen geopfert. -- Vors.: Sind Sie nicht auch vielleicht mal aus den Gedanken gekommen, daß Sie von anderen Personen ausgebeutet werden? — Angek?.: Nein, dazu ist die Sache zu

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