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Im deutschen Reich · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. 659

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-12-01
Page
659 (sequence 7)
Language
German
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Umschau. 659 Annahme berechtigen. daß es für diese Refforts noch mehr als drei Klaffen deutscher Staatsbürger gibt, mindestens vier, da sie für die getauften und die glaubenstreuen Juden verschiedene Ranglisten führen. Daß ein solches Verfahren weder mit Verfassung und Gesetz, noch mit Recht, Billigkeit und Humanitär in Einklang zu dringen ist, liegt auf der Hand; wenn man durch „Imponderabilien" eine lahme Entschuldigung für Rechtsverletzungen zu geben versucht, so steht dem die Tatsache gegenüber, daß die Staatsleilung es jederzeit Ln der Hand bat, durch energische Wahrung des Rechts oder auch nur durch ein offenes Wort den nur von ihrem Wohlwollen zehrenden Strebern, welche diese angeblichen „Dolksströmrrngen" künstlich geschaffen haben, das Handwerk zu legen. Das soll sie nicht uns zu Liebe tun, sondern für das Staatswesen, das nicht wenig unter der konfessionellen Zer iffenhrit leidet und bei der Verwirklichung der staatßbürgerlrchen Einheitlichkeit wesentlich erstarken würde. Sehr treffend wird am Schluffe des erwähnten „Tageblatt"-Artrkels gesagt: Drei Klaffen von Staatsbürgern tatsächlich zur Geltung zu bringen, ist aber nicht bloß den Versassungsgrundjähen zuwider, sondern eS ist auch im höchsten Maße unpolitisch gehandelt. Ein Staatswesen mag an und für sich noch so fest gefügt sein, auf die Dauer kann cs einen derartigen Mißstand nicht ertragen, obne ernsten Schaden an seiner inneren Gesundheit zu nehmen. Diese Warnung kann nicht oft und nrcht eindringlich genug wiederholt werden. Die deutsche Staatsleitung hat wiederholt g-'z igt, daß sie nicht abgeneigt ist, von den Amerikanern zu Urnen; vielleicht nimmt sie von ihnen auch die wichtige Lehre an, welche der staatskluge Präsident der Vereinigten Staaten Roofevelt allen Staatslenkern erteilte, als er bei der Enthüllung des Denkmals Friedrich des Großen in Washington am 19. November die denkwürdigen Worte sprach: „Hier auf diesem Kontinent, wo es von höchster Wichtigkeit ist, daß die verschiedenen Völkerschaften, die zu unseren Küsten kommen, nicht getrennt bleiben, sondern sich zu einem Volke verschmelzen, ist unser unaufhörliches Bemühen, das Gute festzubairen und zu nützen, das jeder Stamm nach unseren Gestaden bringt, und gleichzeitig mit allen Rassen- und Glaubens-Feindseligkeiten unter den verschiedenen Stämmen.aufzuräumen. In beiden Richtungen war unserem Bemühen ein erstaunliches Maß von Erfolg beschieden. Wie die Jahre hingehen, wird es nicht süwerer, sondern leichter, daß wir in Frieden und Freundschaft unter einander Üben; und ich glaube fest, es wird auch nicht schwerer, sondern leichter werden in Frieden

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