Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Der deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband (D. H. V.)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- 641 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Deiüsch-iiationale Handlungsgehilfen-Verband. (D. H. V) 641 schäfisstelle des D. H. V. in Leipzig, ist einsichtig und ehrlich genug gewesen, sich von seinen Mitarbeitern loszusagen, weil er in diesem Punkte die Bestrebungen des D. H. 93. nicht länger mitmachen könne. Der Trost, den Herr Schack noch immer den nach seinem Wunsche aus dem Handelsstande auszuschließenden Frauen auf den Weg mitgibt, besteht darin, daß sie alle in der Ehe eine Versorgung suchen mögen. Der dritte Feind, den gerade wir gegen die Angriffe des D. H. V. zu schützen für unsere Aufgabe halten, ist der jüdische Teil des Kaufmannsstandes. Es ist kaum verständlich, daß in einer Stadt wie Hamburg, in der die Zierden des Kaufmannestandes zu einem beträchtlichen Teile jüdische Namen tragen, eine Bestrebung aufkommen konnte, welche den Ausschluß der Juden aus der deutschen Kaufmannswelt für einen Vorteil des deutschen Vaterlandes auszugeben wagt. Die Geschichte des deutschen Hand-.lsaufschwungS im 19. und 20. Jahrhundert ist noch nicht geschrieben. Aber wer Augen hat, zu sehen, und Ohren, zu hören, dem kann es nickt entgangen sein, daß die Emanzipation der Juden zur Zeit des wirtschasilickcn Aufschwungs im 19. und 20. Jahrhundert unmöglich wieder rückgängig gemacht werden kann. Hunderte und Tausende der ersten deutschen Wellfirmen sind von Juden gegründet, haben tie Ehre des deutschen Namens in ferne Länder getragen, den Wohlstand des Reiches vermehrt, Millionen deutscher Arbeiter Brot und Fortkommen geschaffen. Ehrlichkeit und Intelligenz, Energie und Anstand findet man, wie jeder Handlungslehrling im entlegensten Winkel des deutschen Reiches täglich zu sehen Gelegenheit hat, in jüdischen Handlungshäusern so gut wie in christ. lichcn. Daß die Vorzüge des deutschen Handclestandcs nicht überall im gleichen Maße vertreten sind, erklärt sich aus der Unvollkommenheit menschlicher Einrichtungen zur Genüge. Herr Schack aber und seine Mitarbeiter tragen die Legende ins Land, als sei alles, was im deutschen Handelsstande ehrlich sei, arischer Herkunft, und als konzentriere sich der Abschaum des deutschen Handelsgewerbes in denjenigen Häusern, deren Chefs jüdischer Abkunft und jüdischen Glaubens sind. In den Statuten des Vereins freilich finden sich solche Anschauungen nicht ausdrücklich vertreten; nur in einem unglaublich schlecht stilisierten Satze wird zwar Ausländern der Beitritt zu dem Verbau de gestattet, JudenaberunterallenUm ständen versagt. Wie das mit dem deutsch-nationalen Standpunkt des Verbandes zu vereinigen sei, würde man nicht einsehcn können, wenn man nicht aus dem Treiben des Verbandes erkennen mühte, daß auch hier lediglich Gesichtspunkte des Wettbewerbes wie beim Ausschluß der Frauenarbeit maßgebend gewesen sind. In unbewachten Momenten gesteht der